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Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg
Comprehensive Heart Failure Center

Straubmühlweg 2a
97078 Würzburg

Tel.: (+49)931-201-46333
Fax: (+49)931-201-646333
Email: dzhi@ukw.de

Für Patienten: (+49)931-201-46301

BMBF Förderkennzeichen:
bis 1.11.15: 01EO1004
ab  1.11.15: 01EO1504

INH: Die INH-Studie (INH = Interdisziplinäres Netzwerk Herzinsuffizienz)

INH: Die INH-Studie (INH = Interdisziplinäres Netzwerk Herzinsuffizienz)

Die INH-Studie (INH = Interdisziplinäres Netzwerk Herzinsuffizienz) ist die bisher größte in Deutschland durchgeführte prospektive Studie zur Versorgungsforschung bei Herzinsuffizienz. Sie untersuchte in einem randomisierten, stratifizierten und kontrollierten Design die Auswirkungen des Versorgungsprogramms  HeartNetCare-HF™ in neun internistischen Kliniken der Region.  Die Studie endete im Jahr 2009. Die beiden großen Patientenkohorten aus dieser Studie und der Follow-up-Studie werden im DZHI  im Langzeit-Verlauf weiter beobachtet (Projektbereich A).

Ausgewählte Publikationen (Link zu PubMed)

Infokasten HeartNetCare-HF™
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Infokasten HeartNetCare-HF™

HeartNetCare-HF™ ist ein strukturiertes Versorgungsprogramm, das am Universitätsklinikum Würzburg für Patienten mit Herzinsuffizienz entwickelt wurde. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus werden die Patienten telefonisch von einer speziell geschulten Schwester betreut. Die Herzinsuffizienzschwester erkundigt sich regelmäßig  nach der gesundheitlichen Situation, beantwortet Fragen zur Therapie und schult den Patienten. So können die Schwester aber auch der Patient schnell auf gesundheitliche Warnzeichen reagieren.

Mit HeartNetCare-HF™ steht erstmals ein im Rahmen des deutschen Gesundheitssystems evidenzbasiertes Disease-Management-Programm für herzinsuffiziente Patienten zur Verfügung.

Weitere Informationen finden Sie im Flyer sowie in der ausführlichen Programmbeschreibung.

 

Poststationäre Versorgung bei Herzinsuffizienz- wie kann sich unser Gesundheitssystem helfen?

Prof. Dr. C. E. Angermann
Prof. Dr. C. E. Angermann

von Prof. Dr. med. Christiane E. Angermann

In den Industrienationen wandeln sich Lebensstil und Demographie. Folge sind tief greifende Änderungen individueller Versorgungsbedürfnisse der immer älteren,  oft multimorbiden Menschen. Zur Sicherung weiterhin angemessener Versorgung ist der Aufbau multidisziplinärer, interprofessioneller Betreuungsstrukturen nötig. Die Gesundheitspolitik stellt sich dieser Herausforderung mit neuen Behandlungsstrategien.

Derzeit wird durch den Gemeinsamen Bundesausschuss das Modul Herzinsuffizienz (Bestandteil des existierenden DMP zur KHK) novelliert. Ziel soll die nachhaltige Verbesserung der Betreuung herzinsuffizienter Menschen sein. Die Erarbeitung des Anforderungskatalogs stützt sich auf Leitlinienrecherchen und -bewertungen sowie Extraktion neuer und relevanter Empfehlungen für das DMP-Modul Herzinsuffizienz des IQWiG (V09-06, 2011), die jedoch beim Thema Kooperation der Versorgungssektoren Empfehlungen nationaler und internationaler Leitlinien, obwohl mit hohem Evidenzgrad beurteilt, leider vermissen lassen.  

Ganz entscheidend für den Erfolg dieser wichtigen Novelle wäre, dass die Anforderungen an die Ausgestaltung des Moduls bedarfsgerecht abgestuft werden. Unterschiede von Erkrankungsschwere, Komorbiditäten, Altersstruktur und Bedürfnislage verschiedener Patientengruppen machen es bei Herzinsuffizienz unmöglich, Versorgungsstrategien zu generalisieren. Z.B. ist der Versorgungsbedarf poststationärer Patienten, bei denen Mortalität und kardiales Dekompensationsrisiko initial etwa 7-fach erhöht sind, in keiner Weise mit dem noch niemals hospitalisierter, klinisch relativ stabiler Patienten vergleichbar, selbst wenn die gleiche Erkrankung, etwa eine KHK, zur Herzinsuffizienz geführt hat.

Kürzlich wurde das in Deutschland entwickelte Versorgungsprogramm HeartNetCare-HFTM, das für poststationäre Patienten konzipiert ist und ein Entlassmanagement beinhaltet, in einer großen randomisierten Studie evaluiert. Sterblichkeit, Leistungsfähigkeit, Lebensqualität, und hospitalisierte Tage wurden dadurch deutlich verbessert (Angermann CE et al. Circ Heart Fail. 2012 ; 5:25-35), längerfristig nahm auch die Rehospitalisierungsrate signifikant ab.

HeartNetCare-HFTM vernetzt mehrere Versorgungsebenen mit dem heimischen Umfeld und stärkt bei Patienten Selbstbestimmung und –verantwortung. Supervidiertes spezialisiertes Pflegepersonal überwacht und schult per Telefon nach standardisierten Vorgaben, unterstützt den Hausarzt bei der Therapieoptimierung und koordiniert das Zusammenwirken verschiedener Leistungserbringer. Patienten werden bereits im Krankenhaus in Selbstüberwachung trainiert.

Erstmals ist damit ein in Deutschland qualitätsgesichertes, in der Regelversorgung flächendeckend umsetzbares Case-Management für herzinsuffiziente Hochrisikopatienten verfügbar. Regionale HeartNetCare-HFTM-Zentren sind auch in kardiologischen Schwerpunktpraxen denkbar.

(veröffentlicht in: Cathlab & Cardiovascular News, 3 / 2012, S.45)