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Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz Würzburg
Comprehensive Heart Failure Center

Straubmühlweg 2a
97078 Würzburg

Tel.: (+49)931-201-46333
Fax: (+49)931-201-646333
Email: dzhi@ukw.de

Für Patienten: (+49)931-201-46301

BMBF Förderkennzeichen:
bis 1.11.15: 01EO1004
ab  1.11.15: 01EO1504

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Aktuelles

Patientenatmung bei ASV-Therapie. Adaptive Servo-Ventilation (ASV) ist eine nicht-invasive Atemtherapie, die die Einatmung unterstützt wenn die Atemamplitude abnimmt und sicher stellt, dass genügend Atemluft zugeführt wird, wenn der Atemantrieb abnimmt oder ganz fehlt.
Patientenatmung bei ASV-Therapie. Adaptive Servo-Ventilation ist eine nicht-invasive Atemtherapie, die die Einatmung unterstützt wenn die Atemamplitude abnimmt und sicher stellt, dass genügend Atemluft zugeführt wird, wenn der Atemantrieb abnimmt oder fehlt.

 

Atemgerät zeigt negative Auswirkungen

Viele Herzschwächepatienten leiden an nächtlichen Atemaussetzern, der sogenannten zentralen Schlafapnoe. Würzburger Forscher um die Kardiologin Prof. Dr. Christiane Angermann waren an der multinationalen SERVE-HF Studie beteiligt, die entgegen der Erwartungen zeigte, dass Herzschwächekranke mit zentraler Schlafapnoe, die eine Atemhilfe benützten, nicht von der Therapie profitieren. Im Gegenteil war das Mortalitätsrisiko sogar erhöht, wenn sie nachts ein Atemgerät (Adaptierte Servo-Ventilation = ASV) verwendeten. Die Arbeitsgruppe hat nun in der renommierten Fachzeitschrift „Lancet Respiratory Medicine“ weitere Ergebnisse veröffentlicht, die zeigen, dass für dieses ungünstige Studienergebnis hauptsächlich plötzliche kardiovaskuläre Todesfälle vorwiegend bei Patienten mit besonders schlechter Pumpleistung verantwortlich waren.

 

In Europa leben derzeit schätzungsweise 15 Millionen Menschen mit Herzschwäche. Die Erkrankung geht häufig mit einer speziellen Atemstörung einher, der zentralen Schlafapnoe, die oft mit regelmäßigen Aussetzern, einer Cheyne-Stokes-Atmung, vergesellschaftet ist. Die Kombination beider Erkrankungen ist besonders gefährlich. Das Mortalitätsrisiko ist bei den Betroffenen deutlich erhöht und es treten belastende Symptome wie Tagesmüdigkeit und Sekundenschlaf auf. In der randomisierten multinationalen SERVE-HF Studie (Cowie MR et al, NEJM  2015; 373:1095-105) wurde daher getestet, ob sich eine Behandlung mit der sogenannten Adaptiven Servo-Ventilation (ASV) günstig auf den zusammengesetzten primären Endpunkt der Studie  auswirken würde, nämlich auf die Zeit, die bis zu einem ersten ungünstigen Ereignis vergeht, entweder bis zum Tod jeder Ursache, oder einer lebensrettenden kardiovaskulären Intervention wie einem Defi-Schock bei lebensbedrohlichen Herz-Rhythmusstörungen, oder aber bis einer ungeplanten Krankenhausaufnahme wegen verschlechterter Herzinsuffizienz. 

Die Mediziner hatten angenommen, dass die Atemtherapie positive Effekte auf die Herzschwäche haben würde, da der stockende Atem nicht mehr länger das Herz belasten würde. Diese Vermutung wurde durch die SERVE-HF Studie jedoch nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil: SERVE-HF machte deutlich, dass ASV keinen Benefit für Patienten mit Herzschwäche und reduzierter Pumpleistung mit sich bringt. Die weiterführende Auswertung der Studiendaten, die in einem komplexen analytischen Modell die Komponenten des primären Endpunktes getrennt betrachtete, machte jetzt deutlich, dass das erhöhte Risiko vor Allem auf  kardiovaskuläre Todesfälle zurückzuführen war, die ohne vorherige Krankenhausaufnahme wegen sich verschlechternder Herzinsuffizienz auftraten, also wahrscheinlich auf plötzlichen Herztod. Besonders groß, nämlich um mehr als das 5-fache erhöht, war dieses Risiko, wenn die Pumpleistung besonders stark, also auf 30% oder weniger, erniedrigt war.

„Wir müssen heute weiterhin dafür plädieren, dass die adaptive Servo-Ventilation bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe, Herzschwäche und eingeschränkter Pumpleistung des Herzens generell nicht mehr angewandt wird. Wir müssen gleichzeitig aber,  z.B. durch solche Analysen, oder auch durch große klinische Registerstudien, die den natürlichen Verlauf  beider Gesundheitsstörungen besser verstehen helfen, dringend herausfinden, was da eigentlich passiert“, sagt Christiane Angermann. „Durch welche Mechanismen verändert die gestörte Atmung die Symptome der Herzschwäche und erhöht das Risiko? Und wie sind diese Mechanismen therapeutisch unterbrechbar? - Die Forschung an der Volkskrankheit Herzschwäche und ihren Komorbiditäten und Komplikationen hat hier noch viel zu leisten.“

Publikationen:

Lancet Respir. Med. 2016. Published Online, August 31, 2016.http://dx.doi.org/10.1016/S2213-2600(16)30244-2

http://dx.doi.org/10.1016/S2213-2600(16)30244-2

www.thelancet.com/respiratory.Editorial. Published online August 31, 2016.

http://dx.doi.org/10.1016/ S2213-2600(16)30271-5


Herzensangelegenheit – „Neue Horizonte in der Medizinischen Physik“

47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) e. V.

„Neue Horizonte in der Medizinischen Physik“ heißt es bei der 47. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik (DGMP) e. V. vom 7.–10. September 2016 in Würzburg, bei der vielfältige innovative Anwendungen von Physik in der Medizin und neue Erkenntnisse aus allen Bereichen der Medizinischen Physik von international anerkannten Wissenschaftlern vorgestellt und diskutiert werden. Universität und Klinikum sind seit Jahren von Strahlentherapie sowie medizinischer und biologischer Bildgebung geprägt. Kongresspräsidentin Prof. Dr. rer. nat. et med. habil. Laura M. Schreiber, MBA, Direktorin Lehrstuhl zelluläre und molekulare Bildgebung und Wissenschaftliche Geschäftsführerin DZHI Universitätsklinikum Würzburg, ist Expertin für die Bildgebung des Herzens mittels Magnetresonanz-Tomographie. Die renommierte Physikerin etabliert in Würzburg ein weltweit einzigartiges Forschungszentrum für Kardiodiagnostik und strebt fachbereichsübergreifende Kooperationen an.


Die Vorstellung neuester Technologien und Forschungsergebnisse bei der DGMP-Tagung in Würzburg präsentiert gleichzeitig den ausgezeichneten Forschungsstandort am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz. Entscheidend ist der fachliche Austausch über Fächergrenzen hinweg, wie er am Lehrstuhl für zelluläre und molekulare Bildgebung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) praktiziert wird. Wissenschaftler aus 25 bis 30 unterschiedlichen Fachdisziplinen aus der Medizin, Physik, Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Chemie bis hin zu Sozialwissenschaften, Psychologie und Psychiatrie beschäftigen sich mit der Herzinsuffizienz als einer sehr vielschichtigen und wenig erforschten Krankheit. Mittelfristig sollen 240 Wissenschaftler mit der einzigartigen Möglichkeit, experimentelle Bildgebung unter einem Dach zu praktizieren, interdisziplinär zusammenarbeiten.


„Aus Sicht einer MRT-Physikerin ist das Herz das Organ, das am schwierigsten darzustellen ist, weil es sich tief im Körperinneren befindet, von sehr unterschiedlichen Geweben umgeben ist und sich viel und stark bewegt“, so Frau Prof. Schreiber. „Neue Horizonte“ eröffnet der neue 7-Tesla-MR-Tomograph für die Herzforschung mit seinem besonders starken Magnetfeld. Mit dieser Hochtechnologie wird versucht, die Herzinsuffizienz zu erforschen und Diagnoseverfahren zur möglichst frühzeitigen Erkennung, zur Beurteilung des Schweregrades und auch des Behandlungserfolges zu entwickeln: „Es gilt die Ultrahochfeld-MRT so weiterzuentwickeln, dass wir bald schon bestmögliche Bilder aus dem Herzen bekommen. Das ist derzeit am Herzen mit 7 Tesla noch schwierig. Wir benötigen dazu Physiker, die Methoden entwickeln, gute Bilder zu erstellen. Das haben wir uns zum Ziel gesetzt, auch wenn es technisch sehr aufwändig ist.“


Zu diesem und weiteren aktuellen Themen sind spannende Diskussionen bei der DGMP-Tagung zu erwarten.


Weitere Informationen sowie das gesamte Programm finden Sie unter www.dgmp-kongress.de.


Journalisten sind herzlich zur Tagung im Congress Centrum Würzburg eingeladen, sich zu informieren und zu berichten. Akkreditierungen bitte über den Pressekontakt.


Pressekontakt:
Kerstin Aldenhoff
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Conventus Congressmanagement & Marketing GmbH
Tel. +49 172 3516916
kerstin.aldenhoff@conventus.de


Heart Failure Units in Krankenhäusern gibt es in Deutschland noch zu selten. Zur adäquaten Behandlung und Versorgung der Herzschwäche sind strukturelle Maßnahmen, wie die Errichtung neuer Versorgungseinheiten notwendig, so der Zusammenschluss führender deutscher Kardiologen. Foto: DZHI.
Heart Failure Units in Krankenhäusern gibt es in Deutschland noch zu selten. Zur adäquaten Behandlung und Versorgung der Herzschwäche sind strukturelle Maßnahmen, wie die Errichtung neuer Versorgungseinheiten notwendig, so der Zusammenschluss führender deutscher Kardiologen. Foto: DZHI.

Empfehlung zum Ausbau von Infrastruktur zur Versorgung der Volkskrankheit Herzschwäche von DZHI, DGK und DGTHG

Das Fehlen der Versorgungskontinuität für chronische Herzschwächepatienten nach dem Krankenhauaufenthalt belastet die Betroffenen schwer, warnt jetzt ein Zusammenschluss führender deutscher Herzspezialisten aus dem DZHI (Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz) und den beiden ärztlichen Dachverbänden DGK (Dt. Gesellschaft für Kardiologie) und DGTHG (Dt. Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie) in der Fachzeitschrift „Der Kardiologe“. Die Mediziner empfehlen neben einer verbesserten kardiologischen Infrastruktur die sektorenübergreifende, eng verzahnte Kooperation zwischen klinischer und ambulanter Betreuung der Herzschwächepatienten.

Als häufigste Ursache einer Krankenhauseinweisung und mit kontinuierlich steigenden Fallzahlen ist die Herzinsuffizienz (Herzschwäche) eine der großen medizinischen Herausforderungen, denen sich das Gesundheitssystem und Versorger derzeit stellen müssen. Die bislang nicht heilbare Erkrankung geht mit einer hohen Sterberate und häufigen Hospitalisierungen einher, die Krankheitskosten steigen.  Auch, weil Herzinsuffizienz dank intensiver Forschung immer besser behandelt wird. Doch noch profitieren Patienten zu wenig davon.

Intensivieren der Zusammenarbeit von klinischem und nicht-klinischem Bereichen notwendig

„Klassischerweise müssen chronische Herzschwächepatienten im Verlauf ihrer Erkrankung drei bis vier Mal stationär aufgenommen werden“, erklärt Kardiologe Professor Georg Ertl, Sprecher des DZHI. Im Krankenhaus, so der Experte weiter, erhalten die Patienten die bestmögliche Behandlung, wenn das Haus über spezialisierte Versorgungseinheiten für Herzinsuffizienz verfügt. Bislang seien diese jedoch kaum vorhanden. Hinzu kommt, dass der Patient nach dem Krankenhausaufenthalt in eine Versorgungskette aus Kardiologen, Hausärzten und nichtärztlichen Leistungserbringern entlassen wird, deren Mitglieder nicht effektiv genug miteinander kommunizieren und kooperieren. „Viele Studien haben gezeigt, dass die Langzeitprognose bei Herzschwäche signifikant verbessert werden kann, wenn neue, sektorenübergreifende Behandlungsstrategien und Versorgungskonzepte umgesetzt würden“, so Professor Ertl.

Gemeinsam mit weiteren führenden Herzspezialisten der ärztlichen Berufsverbände DGK und DGTHG sowie der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Kardiologischen Krankenhausärzte (ALKK) und dem Bundesverband der Niedergelassenen Kardiologen (BNK) spricht sich der Kardiologe für den organisatorischen Zusammenschluss der verschiedener Leistungsträger in neu zu etablierenden Herzinsuffizienz-Netzwerken aus. Sie sollen strukturell sicherstellen, dass stationäre und post-stationäre Versorgung Hand in Hand nach den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen verläuft. „Wir empfehlen ein Netz aus Versorgungskomponenten, das lokale und überregionale Versorgungseinheiten kombiniert: Schwerpunktpraxen oder –ambulanzen mit entsprechender technischer Ausstattung und spezialisiertem Pflegepersonal sollen lokal erste Anlaufstelle sein, Schwerpunktkliniken in den Krankenhäusern sind die nächst größere Anlaufstelle, in denen zusätzlich die vielen, komplizierten Begleit- und Folgeerkrankungen behandelt werden. Zuletzt stellen große, überregionale Zentren für Herzinsuffizienz Infrastruktur für chirurgische Eingriffe und Akutsituationen dar. Notwendig wird dies etwa beim Einbringen von Ersatzherzen oder Schrittmacher.

Kommunikation entscheidend

Viel Arbeit liegt also vor den Medizinern und Gesundheitswirtschaftlern, die diese Strukturen zum Leben erwecken wollen. „Zentral ist für uns auch die Kommunikation über Sektorengrenzen hinweg. Wir empfehlen daher, dass in den Netzwerken Raum geschaffen wird für mehr Interaktion mit behandelnden Hausärzten, Pflegepersonal, Angehörigen und Palliativbetreuern - etwa durch Schulungen. Zudem müssen die Netze auch ein neues Entlassmanagement aus den fachmedizinischen Spezialzentren der Krankenhäuser in die hausärztliche und ambulant kardiologische Versorgung koordinieren, damit die chronischen Patienten bedarfsgerecht medizinisch betreut sind.“

Orginalpublikation:

G. Ertl et al. Aufbau und Organisation von Herzinsuffizienz-Netzwerken (HF-Nets) und Herzinsuffizienz-Einheiten („Heart Failure Units HFUs“) zur Optimierung der Behandlung der akuten und chronischen Herzinsuffizienz. Gemeinsame Empfehlungen der DGK und der DGTHG zur Behandlung der Herzinsuffizienz. Der Kardiologe 4.2016.

Die optimale Diagnose- und Behandlungsstrategie für Depression bei chronischer Herzschwäche muss neu definiert werden. Am DZHI entwickeln Grundlagen- und klinische Forscher innovative Therapiekonzepte. Foto: P.Bork/PIXELIO.
Die optimale Diagnose- und Behandlungsstrategie für Depression bei chronischer Herzschwäche muss neu definiert werden. Am DZHI entwickeln Grundlagen- und klinische Forscher innovative Therapiekonzepte. Foto: P.Bork/PIXELIO.

DZHI-Studie zeigt Wirkungslosigkeit von Escitalopram bei Herzinsuffizienz und Depression

Dass ein erkranktes, schwaches Herz auf‘s Gemüt schlagen kann, ist bekannt. Depression ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen der Herzinsuffizienz (Herzschwäche). Je schwerer sie ist, desto mehr belastet sie die Prognose und Lebensqualität Betroffener. Forscher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI), einer Forschungs- und Behandlungseinrichtung von Universität und Uniklinikum Würzburg, koordinierten eine BMBF-geförderte, multidisziplinäre und multizentrische Studie, die zeigte, dass depressive Herzschwächepatienten weder in puncto Überleben oder Häufigkeit von Krankenhausaufnahmen, noch hinsichtlich ihrer Stimmung von einer antidepressiven Behandlung mit dem selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer Escitalopram profitierten.

Mehrere Jahre lang untersuchte und behandelte die Kardiologin Professor Christiane Angermann (DZHI) gemeinsam mit Herzspezialisten aus 15 weiteren deutschen Zentren chronische Herzschwächepatienten mit Depression in einer randomisierten, kontrollierten und doppel-blinden klinischen Studie, bei der das häufig verschriebene Antidepressivum Escitalopram auf seine Wirksamkeit getestet wurde, Sterblichkeit und Krankenhausaufnahmen zu vermindern und die Depression zu mildern. Als Partner mit dabei waren Psychiater oder Psychologen der jeweiligen Einrichtungen und speziell für die Betreuung von herzinsuffizienten Patienten ausgebildete Krankenschwestern. Zu ihrer Überraschung konnten die Wissenschaftler keinen therapeutischen Effekt der Arznei feststellen: „Das Antidepressivum half weder die Stimmung aufzuhellen, noch verminderte es ungünstige klinische Ereignisse. Wir empfehlen, Escitalopram bei solchen Patienten mit chronischer Herzschwäche und Depression, wie sie in der MOOD-HF Studie untersucht wurden, nicht zu verabreichen“, so die Schlussfolgerung der Würzburger Medizinerin.

Die Wissenschaftler ordneten 372 Patienten, die an eingeschränkter Pumpleistung ihres Herzens, Herzinsuffizienzsymptomen und Depression litten, zufällig zwei Studienarmen zu. Die eine Hälfte bekam Escitalopram in der vom Hersteller empfohlenen Dosierung, die andere Hälfte nahm ein Placebo ein. „Unsere Studie ist nach unserer Kenntnis die erste, die Langzeiteffekte eines Antidepressivums bei chronischer Herzschwäche untersucht. Als wir MOOD-HF planten, gingen wir davon aus, dass wir mit diesem Medikament, dessen stimmungsaufhellende Wirkung gut belegt ist, nicht nur die Depression der Patienten, sondern gleichzeitig auch Sterblichkeit und Krankenhausaufnahmen vermindern würden. Offenbar ist die Wirkung von Escitalopram bei herzinsuffizienten Patienten aber nicht mit der bei körperlich gesunden depressiven Menschen zu vergleichen“, so Christiane Angermann.

Während einer medianen Behandlungsdauer von 18 Monaten, in der die Spiegel des Medikamentes im Serum der Patienten immer im therapeutischen Bereich lagen,  kam es bei 63% der 185 Patienten in der Escitalopram-Gruppe und 64% der 187 Patienten in der Placebo-Gruppe zu einer Krankenhausaufnahme oder die Patienten verstarben, also vergleichbar häufig. Auch die Depression blieb im Vergleich zu Placebo unverändert. „Wir können nicht ausschließen, dass Escitalopram bei manchen Studienteilnehmern sogar ungünstige Langzeiteffekte auf das Herz hatte, die zu einer Zunahme unerwünschter Ereignisse vor allem bei den schwerer kranken Patienten führte“, warnt die Forscherin. Diese Ergebnisse sind besonders relevant, weil Antidepressiva aus derselben Wirkstoffklasse wie Escitalopram, sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, immer häufiger auch von Hausärzten und Internisten verschrieben werden, wenn sie bei ihren Patienten eine Depression als Begleiterkrankung der Herzschwäche vermuten. MOOD-HF zeigt zwar nicht, dass die fehlende Wirksamkeit dieses Antidepressivums ein Klasseneffekt ist, aber die Möglichkeit besteht.  

„Man darf andererseits auch nicht vergessen, dass Depression ein heterogenes Krankheitsbild ist“, fügt die Wissenschaftlerin einschränkend hinzu. Patienten, die an speziellen Ausprägungen der Depression litten, also z.B. sogenannten bipolaren Störungen, wurden von der Studienteilnahme von vornherein ausgeschlossen. „MOOD-HF beweist nicht, dass Antidepressiva bei allen herzkranken Patienten nutzlos sind. Es scheint mir deshalb besonders wichtig, eine optimale Diagnostik durch den Spezialisten anzustreben und danach erst eine antidepressive Behandlung in Betracht zu ziehen. „Patienten mit Herzschwäche versuchsweise ein Antidepressivum zu verordnen und einfach zu schauen, was passiert, ist nicht akzeptabel“, erklärt Angermann.

Die Daten aus MOOD-HF könnten dafür sprechen, dass der Depression bei Herzschwäche möglicherweise andere Entstehungsmechanismen zugrunde liegen, die durch klassische Stimmungsaufheller nicht oder weniger beeinflussbar sind. „Vielleicht ist Depression bei Herzschwäche ja gar nicht selbst ein Risikofaktor“, mutmaßt die Wissenschaftlerin, „sondern nur ein Marker für ein erhöhtes Risiko für Tod oder Krankenhausaufenthalte im Rahmen der Herzschwäche. Zukünftige Forschung muss darauf abzielen, die Entstehungsmechanismen besser zu verstehen“, sagt Angermann. „Das könnte nicht nur zu gezielteren Behandlungsmöglichkeiten für die Depression, sondern vielleicht insgesamt zu einem neuen Krankheitsverständnis bei der Herzinsuffizienz beitragen“.

Was für eine Behandlung können wir Patienten mit Herzschwäche und Depression heute schon anbieten? In MOOD-HF besserte sich die Stimmung in beiden Studienarmen vergleichbar, sodass offenbar die Studienteilnahme selbst sich positiv auswirkte. Zudem war die Sterblichkeit in der Studie gering. Alle Patienten erhielten eine gute, multidisziplinäre Betreuung, bei der Herzinsuffizienzmedikamente optimiert und die Teilnehmer motiviert wurden, aktiv an der Krankheitsbewältigung mitzuarbeiten. „Wenn man auch die Ergebnisse anderer Forscher berücksichtigt, scheint heute ein ‚klassisches‘ Disease Management, in dem Spezialisten und Hausärzte eng zusammenarbeiten und dabei individuelle Patientenbedürfnisse berücksichtigen, ein guter Ansatz“, sagt Angermann. „Kombiniert werden sollte er mit Bewegungstraining und Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie“. Um depressiven Herzschwächepatienten diese Behandlungsform anbieten zu können, muss allerdings erst die Diagnose korrekt gestellt werden. Dazu bietet das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz eine interdisziplinäre Sprechstunde an.

Orginalpublikation

Angermann CE et al. for the MOOD-HF Investigators and Committees. Effect of Escitalopram on All-Cause Mortality and Hospitalization in Patients with Heart Failure and Depression. The MOOD-HF Randomized Clinical Trial. JAMA. 2016;315(24):2683-2693


Sind die Nieren insuffizient, so ziehen sie das Herzkreislaufsystem in Mitleidenschaft.
Sind die Nieren insuffizient, so ziehen sie das Herzkreislaufsystem in Mitleidenschaft.

Es ist ein Teufelskreis: Das schwache Herz schwächt die Niere und andersrum. Forscher des Würzburger Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) beschreiben jetzt in einem von drei Übersichtsartikeln der international renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ die strukturellen und funktionellen Veränderungen an Herz- und Gefäßsystem bei Dialyse-Patienten, bei denen die Niereninsuffizienz durch Blutwäsche ausgeglichen wird: Die optimale Therapieempfehlung, um den Teufelskreis zu durchbrechen, steht noch aus.

 

Nierenleiden sind in der klinischen Versorgung mittlerweile zum Alltag geworden. Seit Jahren steigt die Patientenanzahl, die aufgrund von akuter oder chronischer Niereninsuffizienz in Behandlung muss, an. Viele von ihnen werden mit Dialyseverfahren behandelt, wobei das Blut außerhalb des Körpers gefiltert wird, um Gift- und Harnstoffe zu entfernen. Denn dies leistet eine geschwächte Niere nicht mehr ausreichend. „Der Rückgang der Nierenfunktion hat weitreichende gesundheitliche Folgen. So altern Herz und Gefäßsystem beispielsweise rapide“, erklärt Professor Christoph Wanner, Nierenspezialist des Universitätsklinikums Würzburg, unter dessen Dach das DZHI forscht und behandelt. „Vor allem auch bei jungen niereninsuffizienten Dialysepatienten kommen Gefäßverkalkungen oder Herzwandverdickungen vor, was typisch für ältere Patienten ist.“ Grund hierfür: bei der Blutwäsche wird nur eine bestimmte Fraktion von Giften entfernt. Die restlichen Toxine führen zu Überwässerung, wodurch sich dann Bluthochdruck und anderen kardiologische Erkrankungen letztendlich manifestieren.

Die Therapie der Betroffenen gestaltet sich schwierig, denn die Belastung durch Mehrfacherkrankung macht die Auswahl geeigneter Medikamente oder anderer Interventionen hochkomplex. So beschränkt sich der Einfluss der Niereninsuffizienz nicht allein auf das Herzkreislaufsystem, sondern wirkt auch in die Physiologie von Muskeln und Skelett ein, was die Arzneimittelauswahl und Dialysestrategie beeinflusst. „Kardioprotektive, also herzschützende Dialysestrategien sind bislang noch nicht umfassend erforscht“, erläutert der Nephrologe. Bislang gäbe es auch keine pharmakologischen Wirkstoffe, die für beide Erkrankungen gleichermaßen Linderung oder zumindest keine Verschlechterung des einen oder anderen Zustandes herbeiführen. Viel Forschungsarbeit sei also noch zu leisten, so der Universitätskliniker. „Für Forschung und Behandlung von Herz und Niere bei Dialysepatienten kommt nun erschwerend hinzu, dass die kardiologischen Erkrankungen der Dialysepatienten symptomatische Unterschiede aufweisen können zu Nicht-Dialysepflichtigen Herz- und Gefäßpatienten. Wir benötigen also neue klinische Studien mit dieser speziellen Patientengruppe.“

Bis diese Studien erste Ergebnisse zeigen, wird noch viel Zeit vergehen. Der Herz- und Nierenarzt empfiehlt daher für jetzige Dialysepatienten eine konkrete Vorgehensweise, Herzen und Blutgefäße schont. „Die Literatur zeigt, dass entweder länger andauernde Dialysesitzungen oder aber kürzere und häufigere Sitzungen herzgesünder sind. Hier sollten die Versorgerteams im Klinikalltag umdenken. Die Dialysesitzungen werden häufig noch nach anderen Kriterien durchgeführt.“


Ein Blumenherz sagt mehr als 1000 Worte: Der HFA-Day wurde prämiert.
Ein Blumenherz sagt mehr als 1000 Worte: Der HFA-Day wurde prämiert.

Anerkennend betrachten der Ärztliche Direktor Georg Ertl (UKW) und Würzburgs Bürgermeister Adolf Bauer das Kunstwerk zu ihren Füßen: Es ist ein fünf Meter großes Herz aus mehr als 700 roten und gelben Begonien und Tagetesblüten, die das Logo des Europäischen Tages der Herzschwäche (HFA-Day) - einem europaweiten Aktions- und Aufklärungstag zur Volksrankheit Herzinsuffizienz - aufblühen lassen. Die Blütenpracht wurde von Gärtnern des städtischen Gartenamtes im Ringpark hinter der Residenz inmitten Würzburgs Zentrum eingepflanzt. Das Beet soll die zentrale Botschaft des HFA-Days lebendig halten: Mit rechtzeitiger Vorbeugung und einem erweiterten Wissen rund um die Herzgesundheit kann jeder etwas für seine Gesundheit tun.

 

Dem Tatendrang des DZHIs ist es zu verdanken, dass 2010 der HFA-Day entstand. Er findet seitdem jährlich in etwa 30 Ländern statt und klärt mit bunten Aktionen über die Volkskrankheit Herzschwäche auf. Für die lokale Würzburger Kampagne hat das DZHI ein Netzwerk mit vielen starken Partnern geknüpft, darunter auch die Stadt. Mit ihr organisierte das DZHI zahlreiche Veranstaltungen, darunter auch der Europatag mit der Fahrradkampagne "Tour mit Herz", die die Würzburger in Bewegung brachte.

 

Als weiterer Höhepunkt steht demnächst eine Ausstellung des Malwettbewerbs "Mein Herz in Bewegung" bevor. Mehr als 200 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6 haben bei diesem Wettbewerb mitgemacht und werden am 14. Juni im Rathaus prämiert. Die Kreativwerke können ab Anfang August im Zentrum für Innere Medizin des UKW (ZIM) betrachtet werden.

 

Internationale Anerkennung für die Aufklärungsarbeit aus Würzburg

 

Für sein Engagement in Sachen HFA-Day wurde Stefan Störk, wissenschaftlicher Direktor am DZHI, am 21. Mai ausgezeichnet. Das Präsidium der Fachgesellschaft Heart Failure Association verlieh ihm beim dritten Weltkongress für akute Herzinsuffizienz ein vergoldetes Herz. Damit wurde geehrt, das Deutschland bereits zum fünften Mal in Folge den besten HFA-Day international austrug.

 


MRT-Aufnahme nach einem weiter vorn gelagerten Herzinfarkt des Menschen. Das DZHI repräsentiert sich gemeinsam mit weiterer Infrastruktur in der Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg als herausragender Standort der kardialen Bildgebung.
MRT-Aufnahme nach einem weiter vorn gelagerten Herzinfarkt des Menschen. Das DZHI repräsentiert sich gemeinsam mit weiterer Infrastruktur in der Radiologie und Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg als herausragender Standort der kardialen Bildgebung.

Mit der Einbringung eines vollständig neu entwickelten Magneten in den Ende November zu eröffnenden Forschungs- und Behandlungsneubau des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) fällt der Startschuss für eine neue Ära der Bildgebung in Würzburg. Dann beginnt die letzte Installationsphase des 7-Tesla Magnetresonanztomographen (7T-MRT) – einem an nur sehr wenigen Forschungsstandorten verfügbaren, bildgebenden Verfahren dieser Dimension. Im  Würzburger DZHI wird mit dem Gerät erstmals die Pathophysiologie kardiovaskulärer Erkrankungen auf molekularer und zellulärer Ebene sichtbar gemacht. Die ersten Testbilder werden Ende 2016 erwartet.

 

7-Tesla-MRT-Systeme, sogenannte Ultrahochfeld-MRTs, sind nicht gänzlich neu in der medizinischen Anwendung, zumindest nicht an forschungsintensiven Standorten der Medizin. Bislang wurden sie primär für Untersuchungen am Gehirn und weiteren neuroradiologischen Fragestellungen eingesetzt. Das soll sich jetzt ändern: In der Geburtsstadt der medizinischen Bildgebung, in der Wilhelm Conrad Röntgen vor rund 120 Jahren die nach ihm benannten Röntgenstrahlen entdeckte und damit erstmals Einblick in den Körper ohne Berührung ermöglichte, wird  jetzt ein Ultrahochfeld-Tomograph für kardiologische, also das Herz betreffende, klinische Bildgebung eingesetzt. Das 25 Tonnen schwere Gerät wurde von Siemens Healthcare  entwickelt und gefertigt.

 

Mit starken Magneten und Radiowellen werden Bilder des Inneren erzeugt

In dem Gerät wird ein Magnetfeld mit der Stärke 7 Tesla (7 T) erzeugt, was deutlich mehr ist als der derzeitige klinische Standard von 1,5 T oder 3 T. Das besonders starke Magnetfeld soll eine viel bessere Bildqualität und insbesondere auch neuartige Bildkontraste ermöglichen, weshalb es für die diffizilen Strukturen der Herzanatomie und zugehörigen Gefäße vielversprechend ist. Bilder entstehen in einem MRT durch die Reaktion körpereigener Wasserstoffatome mit dem Magnetfeld. Die Atome besitzen einen sogenannten Spin, d.h. sie verhalten sich ähnlich wie Kompassnadeln: Im Tomographen richten sie sich entlang des Magnetfeldes aus. Werden sie durch Radiowellen - ebenfalls vom Tomographen erzeugt - abgelenkt, so kehren sie wieder in die Ausgangsorientierung zurück. Dieses Zurückkehren kann gemessen werden, wobei unterschiedliche Gewebe und Zellen, aber auch krankhafte Veränderungen, verschieden reagieren.

 

Derzeit ist es bei 7 T noch schwierig, die erwarteten besseren MRT-Bilder auch tatsächlich zu bekommen, da . viele physikalische und technische Probleme auftreten. Obwohl es sich um den modernsten 7T-Magneten handelt, den der Hersteller Siemens installieren wird, sind die physikalischen Feldverhältnisse im Körper sehr komplex und müssen durch spezielle, teils noch zu entwickelnde Methoden in den Griff bekommen werden, um eine gute Bildqualität zu erreichen. Das tief im Körper liegende, sich ständig bewegende Herz, das von Organen mit anderen physikalischen Eigenschaften umgeben ist, stellt hier besonders hohe Anforderungen. Gleich mehrere Arbeitsgruppen werden daher gemeinsam mit Siemens an dem Gerät forschen.

 

Das DZHI ist hierfür ein besonders geeigneter Platz, da es modernste Bildgebungslabore haben wird und Wissenschaftler unterschiedlicher naturwissenschaftich-technischer (Physik, Chemie, Biologie) und medizinischer (Kardiologie, Radiologie, Pharmazie, Chirurgie, Psychiatrie und Psychologie) Fachrichtungen für ein gemeinsames Ziel forschen: Die Prävention von Herzschwäche und ihren Begleiterkrankungen.

 

Mit dem Kopf durch die Wand, um schwachen Herzen zu helfen

Das Würzburger 7-Tesla MRT-System für den Einsatz am Menschen soll in dem neu errichteten Bildgebungszentrum des DZHI gleichermaßen für Forschung und Behandlung dienen. Um das Gerät zu installieren, wird die Wand des Gebäudes demnächst wieder geöffnet, so dass der 17 Tonnen schwere Magnet, nachdem er mit einem Kran über das Gebäude gehoben und mit höchster Präzision, an Glasfenstern und Wänden vorbei, in den Lichthof abgesenkt wird  anschließend seinen endgültigen Platz im Sockel des Gebäudes findet.

 

Datum: 7. Juni 2016 – Einbringen des 7T-MRT

7.30 Uhr                  Aufbau des großen Krans

8.00 Uhr                  Anlieferung des Magneten mittels LKW

bis 12 Uhr               Anlage steht im Lichtschacht

bis 15 Uhr               Standort im zukünftigen Untersuchungsraum

Forschung und Behandlung unter einem Dach

Um die bereits seit fünf Jahren erfolgreiche Forschungs- und Behandlungsarbeit im DZHI weiter zu perfektionieren, ist die Anschaffung des HighTech Gerätes ein wichtiger Meilenstein. Denn das Würzburger Gerät wird in Zukunft nicht nur wie an anderen Standorten den Forschungsbetrieb erlauben, sondern auch einen besonderen klinischen Betriebsmodus für Patienten ermöglichen. Auch damit sind die Grundlagen für den breiten Einsatz der Ultrahochfeld-MRT für Patienten gelegt. „Eine weltweite Innovation ist, dass das Gerät mit bis zu acht Sendern die Radiowellen simultan einstrahlt. Diese Methode lässt uns hoffen, dass wir dadurch die Bildgebung des Herzens verbessern werden, da bei dieser Feldstärke bislang noch sehr ungleichmäßige Bilder entstehen und medizinisch relevante Details verborgen bleiben können:  die Wellenlänge der Radiowellen liegt in der Größenordnung der Körperdimensionen. Die dadurch entstehenden Interferenzeffekte wollen wir durch das simultane Einstrahlen mit mehreren Radiosendern in den Griff bekommen. Unsere Forschungs- und Entwicklungsarbeiten werden hier ansetzen und wegweisende Ergebnisse für die Kardiologie und auch andere klinische Disziplinen erzielen“, so Prof. Laura Schreiber, die am DZHI die Abteilung für kardiale Bildgebung leitet und das neue 7T-MRT ab 2017 für Forschung und Behandlung von Herzschwäche und ihren Komplikationen betreiben wird.


12.05.2016

HFA-Day 2016: Mein Herz in Bewegung

Auf dem Unteren Markplatz in Würzburg, im Herzen der Stadt, informierten die DZHI-ler über die Volkskrankheit Herzschwäche.

Mehr als 300 Informationstaschen zum Thema Herzschwäche sind verteilt, mehr als 200 km auf dem Fahrradsimulator sind geradelt und noch mehr Umfragebögen sind beantwortet: Das Resümee des HFA-Day 2016 ist durchweg positiv - der Einsatz auf dem Unteren Marktplatz am 7.5.2016 hat sich für die Prävention der Herzschwäche gelohnt.

Bei strahlenden Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen animierte das DZHI die Würzburger mehr auf ihre Herzgesundheit zu achten und lud sie ein bei der Tour mit Herz mitzuradeln. Ungefähr 10 km ging es mit polizeilicher Eskorte durch die Innenstand zurück zur Bühne auf den Markt, um sich dort an einem der Stände zu erfrischen. Mit dabei, der Ärztliche Direktor des UKW und DZHI-Sprecher Georg Ertl samt seiner Frau und DZHI-Forscherin Christiane Angermann.


Die Forscher bauten Farmarkierungen in das Beta-Arrestin2 ein und konnten dadurch mit Biosensoren die räumliche Bewegung des Proteins in Echtzeit studieren.
Die Forscher bauten Farmarkierungen in das Beta-Arrestin2 ein und konnten dadurch mit Biosensoren die räumliche Bewegung des Proteins in Echtzeit studieren.

Nature-Publikation macht Hoffnung auf gezieltere Wirkung von Medikament

Pressmeldung des RVZ. Wissenschaftler um Carsten Hoffmann und Martin Lohse der Universität Würzburg haben ß-Arrestin estmals als eigenständiges Signalmolekül identifziert. Das Protein moduliert einen pharmazeutisch bedeutsamen Signalweg. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht. Ko-Autorin der Publikation ist DZHI-Forschungsprofessorin Kristina Lorenz.

Durch den Signalweg ergeben sich neue Angriffspunkte für Medikamente, zum Beispiel in der Schmerztherapie. Sie wirken, wie viele Arzneien über G-Protein gekoppelte Rezeptoren, die die wichtigsten Zielmoleküle im Körper darstellen. Rund 30 Prozent aller Medikamente wirken über diese mehr als 800 Mitglieder zählende Klasse von Proteinen, die zentrale Aufgaben bei der Zellkommunikation und der Verarbeitung von Schmerz- und Sinnesreizen haben.

Das Protein β-Arrestin reguliert GPCR. Ungeklärt war, wie das auf molekularer Ebene funktioniert. Mit Biosensoren konnten die Wissenschaftler nun die Interaktion auf zeitlicher und räumlicher Ebene aufklären. „Als ich 1990 β-Arrestin entdeckte, sah es so aus, dass es dazu da ist, Rezeptoren abzuschalten“, sagt Lohse. „Dass es jedoch als eigenständiges Signalmolekül
agiert, konnten wir erst jetzt mit modernster Technik belegen.“

In den Experimenten war aufgefallen, dass β-Arrestin von den Rezeptoren in einen aktiven Zustand versetzt wird und dass dieser länger anhält als die Interaktion mit Rezeptoren. Die Veränderung war so signifikant, dass ein Zyklus von Aktivierung und Deaktivierung von β-Arrestin erkennbar war – ein Kriterium für die Definition eines eigenständigen Signalmoleküls. Zeitgleich konnten amerikanische Kooperationspartner zeigen, dass die Art der Aktivierung
des β-Arrestins vom aktivierenden Rezeptor abhängt. Deren Ergebnisse werden ebenfalls in „Nature“ veröffentlicht. Der Austausch mit den amerikanischen Kollaborationspartnern, auf deren ganz ähnliche Arbeiten Hoffmann auf einer Tagung aufmerksam wurden, hatte Schwung in das Projekt gebracht. „Dieses Projekt durchlief Höhen und Tiefen“, erinnert sich Hoffmann. „Wir mussten uns oft in Geduld üben, aber das Warten hat sich gelohnt.“


Durch die molekulare Verstärkung oder Blockierung von β-Arrestin könnte die Wirkung von zukünftigen Medikamenten spezifischer werden und mit weniger Nebenwirkungen verbunden sein. Auf Grund ihrer Vielfalt bilden GPCR – und jetzt möglicherweise auch β-Arrestin – einen wichtigen Angriffspunkt für pharmazeutische Substanzen. Besonders gute Fortschritte erwartet Hoffmann in der Langzeittherapie mit starken Schmerzmitteln. Der Körper gewöhnt
sich an das Medikament und ist zunehmend auf höhere Dosen angewiesen. Dabei verstärken sich auch die Nebenwirkungen. Neue Medikamente, die gezielt β-Arrestin molekularbiologisch beeinflussen, könnten diese Toleranzentwicklung minimieren, Nebenwirkungen aussparen
und eine Langzeittherapie effektiver machen.


Hoffmann blickt optimistisch in die Zukunft und plant bereits Folgeprojekte. Im nächsten Schritt möchte er austesten, ob sich die Aktivierung von β-Arrestin durch Modellsubstanzen verändern lässt. „Das wäre der erste Schritt zu neuen Medikamenten.“

Publikation: Nuber S, Zabel U, Lorenz K, Nuber A, Milligan G, Tobin AB, Lohse M, Hoffmann C: β-Arrestin biosensors reveal a rapid, receptor-dependent activation/deactivation cycle. Nature doi:10.1038/nature17198


21.03.2016

Fellow im Europäischen Dachverband der Biomedizintechnischen Ingenieure und Forscher Professor

Laura Schreiber (DZHI) ist jetzt Fellow der European Alliance of Medical and Biological Engineering and Science (EAMBES)


Biomedizinische Technik ist eine unersetzliche Basis für den medizinischen Fortschritt ebenso wie für die biomedizinische Forschung. Die in Belgien sesshaften European Alliance of Medical and Biological Engineering and Science (EAMBES) ist der europäische Dachverband dieser Wissenschaft, die alle wichtigen Akteure aus Wissenschaft, Technik und Gesellschaft vernetzt. Für sie – das sind insgesamt mehr als 60 europäische Mitgliedsfachgesellschaften, Forschungsorganisation und Hochschulen – stellt EAMBES die gemeinsame Stimme dar.

Prof. Dr. Laura Maria Schreiber vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) ist jetzt zum Fellow dieser wichtigen Forschungsorganisation ernannt worden. Ausschlaggebend für die Nominierung sind ihre hervorragenden wissenschaftlichen Beiträge in der biomedizinischen Technik und Forschung. Prof. Schreiber, die an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg den Lehrstuhl für molekulare und zelluläre Bildgebung besetzt und am DZHI das Amt einer wissenschaftlichen Geschäftsführerin für den Bereich Grundlagenwissenschaften innehat, erforscht und entwickelt bildgebende Verfahren für die biomedizinische Forschung und Diagnostik, Schwerpunkt Ihrer Arbeiten ist die Magnetresonanztomographie (MRT). Mit diesem Verfahren werden Bilder der Weichteile und Flüssigkeiten aus dem Körperinneren gewonnen, ohne dem Patienten zu schaden. Am DZHI wird auf Prof Schreibers Initiative hin derzeit das bundesweit modernste 7-Tesla-MRT errichtet. Seine bildgebende Leistung soll noch detail- und naturgetreuer Bilder aus dem Körperinneren darstellen können.

Mit der Mitgliedschaft übernimmt Prof. Schreiber eine wichtige Vernetzungsaufgabe auf dem europäischen Wissenschaftsparkett für die Universität und vor allem für ihre Wirkungsstätte, das DZHI. Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz erforscht und behandelt die Volkskrankheit Herzschwäche und ist dabei natürlich ganz besonders auf bildgebende Verfahren angewiesen. Die Aufnahmezeremonie in die Allianz fand in der königlichen Akademie der Wissenschaft und Künste am 14. und 15. März in Brüssel statt.

Hintergrund

Forschung und Entwicklung an bildgebender Verfahren und medizintechnischen Geräten bieten viel und noch unentdecktes Potential für die medizinische Therapie und Versorgung. So sind die Ingenieurs- und Technikwissenschaften maßgeblich für die Entwicklung von Medizininnovationen, wie den Herzschrittmachern oder Hörgeräten bis hin zu der Entwicklung von Biomaterialien als Ersatz für nicht mehr funktionsfähiges körpereigenes Gewebe oder auch die Verbindung von Nervengeweben mit elektronischen Steuergeräten, die vielversprechend für neurologische Erkrankungen sind. Dieser Idee wird seit 2003 von der European Alliance of Medical and Biological Engineering and Science (EAMBES) gefördert.


Schnelle Ballsportarten, wie Handball oder Fußball, sind besonders starke Herausforderungen für das Herz.
Schnelle Ballsportarten, wie Handball oder Fußball, sind besonders starke Herausforderungen für das Herz.

Pressekonferenz zu genetisch bedingten Kardiomyopathien: Im Leistungssport häufig unerkannt, aber mit schwerwiegenden Folgen

Sport trotz einer Herzerkrankung? Sport gerade wegen einer Herzerkrankung? Bereits seit vielen Jahren diskutieren Mediziner über die richtige Sportdosis bei Herzschwäche und Co. Anlässlich des bereits zum sechsten Mal stattfindenden Heart Failure Awareness Day (HFA-Day), einer europaweiten Aufklärungskampagne über die Volkskrankheit Herzschwäche, laden das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und das Kompetenznetz Herzinsuffizienz (KNHI) Medien- und Interessensgruppenvertreter zu einer Pressekonferenz am 30.3.2016 nach Mannheim ein. Mit dabei sind Spitzensportler und führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der Genetik und Kardiologie, die das Thema „Sport mit schwachem Herz“ diskutieren. Die Veranstaltung findet im Rahmen der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie statt.

 

Immer wieder kam es in der Vergangenheit zu tragischen Fällen plötzlichen Herzversagens im Spitzensport. Grund dafür waren häufig sogenannte angeborene Kardiomyopathien, also erblich bedingte Herzmuskelerkrankungen: 2010 bricht der Top-Handballer Sebastian Faißt mit erst 20 Jahren während eines Bundesligaspiels auf dem Schaffhausener Spielfeld zusammen: Tod durch plötzliches Herzversagen. Beim hochtalentierten und viel umjubelten Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah stand die Karriere aufgrund einer angeborenen Herzwandverdickung auf der Kippe. 2012 wird Normann Stadler, der Zweifachsieger des welthärtesten Triathlons „Ironman Hawaii“ aufgrund eines Aortenaneurysmas offen am Herzen operiert. Neun Monate später läuft er wieder – einen Stadtlauf. Das zeigt: Sport und Herzerkrankungen schließen sich nicht aus.

 

Handball, Fußball, Ironman – Wenn Hochleistungsherzen schwächeln

 

Das weiß auch der Mannschaftskapitän des Handball-Zweit-Bundesligavereins DJK Rimpar Wölfe. Stefan Schmitt ist ebenfalls ein Spitzensportler – ohne Herzerkrankung. Dennoch macht sich der Spieler mit seinem Verein in dieser Saison im Kampf gegen die Volkskrankheit Herzschwäche stark. „Um im Spitzensport bestehen zu können, sind körperliche wie geistige Gesundheit entscheidende Faktor. Dem Herzen als Motor unseres Körpers wird dabei eine besondere Stellung zuteil. Sich präventiv mit dem Thema der eigenen Herzgesundheit auseinanderzusetzen, ist für den Erhalt meiner eigenen körperlichen Ressourcen daher unverzichtbar“, so Stefan Schmitt über sein Engagement.

 

Sport und Herzkrank – Mediziner diskutieren

 

Der Rimparer Handballer wird gemeinsam mit dem Mannheimer Ex-Ironman Triathlet Normann Stadler Medien- und Interessensgruppenvertretern bei einer Pressekonferenz zum Thema „Herz in Bewegung“ informieren, welche Belastungen sie ihren Herzen zumuten können und wollen. Mit ihnen beantworten Spitzenforscher und Mediziner des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und der Deutschen Herzstiftung sowie des Universitätsklinikums Mannheim Fragen rund um den Themenkreis Sport trotz und gerade mit Herzerkrankungen. Ein besonderes Augenmerk soll dabei auch auf die Grundlagen der angeborenen Kardiomyopathien (Herzmuskelerkrankungen) gerichtet sein. Sie gelten als Ursache von schweren Herzerkrankungen bei Spitzensportlern und sind dennoch weitestgehend unerforscht. Seit Anfang 2016 hat das DZHI auch deswegen eine Forschungsprofessur zum Thema Genetik der Herzerkrankungen hochkarätig besetzt. Die Forscherin Prof. Brenda Gerull wird bei der Pressekonferenz erstmals Einblick in ihre aktuellen Forschungsergebnisse rund ums Thema familiär bedingte Herzerkrankungen und deren frühe Erkennung geben.

 

Die Veranstaltung findet statt am Mittwoch, 30.03.2016, 19 Uhr, im Presseraum des Congress-Center Rosengarten Mannheim auf der 82. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Teilnehmer:

  • Prof. Georg Ertl (Ärztlicher Direktor UKW, Sprecher DZHI), Moderation
  • Prof. Thomas Meinertz (Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung; Nationaler  Partner beim HFA-Day)
  • Prof. Stefan Störk (Wissenschaftlicher Direktor DZHI)
  • Prof. Brenda Gerull (Forschungsprofessur Genetik der Herzkrankheiten)
  • Prof. Martin Borggrefe (Direktor 1. Medizinische Klinik, Universitätsmedizin Mannheim)
  • Stefan Schmitt (Mannschaftskapitän der Rimparer Wölfe, Zweite Handball-Bundesliga)
  • Normann Stadler (Ex-Ironman-Gewinner aus Mannheim)
  • Gerald Asamoah (Ex-Fußballnationalspieler, Videobotschaft), vertreten durch Jeanne von Walter (Geschäftsführerin der „Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder“)

Können Sie aus organisatorischen oder Zeitgründen nicht nach Mannheim anreisen, können Vorab-Interviews per Telefon oder online organisiert werden.

 

Weitere Informationen:

08.03.2016

Martin Lohse wird neuer Wissenschaftlicher Vorstand des Max-Delbrück-Centrums, Berlin

Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen tritt sein Amt am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin im April 2016 an.

Professor Dr. Martin Lohse wird neuer Wissenschaftlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC). "Mit Herrn Professor Lohse gewinnen wir einen hervorragenden Wissenschaftler, der die Brücke von der Grundlagenforschung in die klinische Praxis schlägt. So sollen Fortschritte in der lebenswissenschaftlichen Forschung schneller der Gesundheit der Menschen zugutekommen", sagte der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Dr. Georg Schütte.

Das MDC wird zu neunzig Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu zehn Prozent vom Land Berlin getragen. Cornelia Yzer, Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung: "Im Rennen um die besten Experten hat das Max-Delbrück-Centrum einmal mehr die Nase vorn. Ich bin sicher, das Haus kann unter Herrn Professor Lohse seine exzellente
Position in der internationalen Forschungslandschaft noch weiter ausbauen. Zugleich wird es sich gemeinsam mit der Charité der großen Aufgabe stellen, das Berliner Institut für Gesundheitsforschung an die Spitze der Translationsforschung zu führen."

Lohse ist Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Bis vor kurzem war er zudem Vizepräsident der Universität Würzburg. Der studierte Humanmediziner, Pharmakologe und Toxikologe ist Experte für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Von 2003 bis 2008 war er Mitglied im Nationalen Ethikrat. Durch Gründungen von Biotech-Firmen hat er eigene
Erfahrungen im Technologietransfer gewonnen und ist seit 2001 Gründungssprecher des Rudolf-Virchow-Zentrums, dem Forschungszentrum der Deutschen Forschungsgemeinschaft für Experimentelle Biomedizin der Universität Würzburg.

Mit der Bestellung des Wissenschaftlichen Vorstands durch den Aufsichtsrat und der vertraglichen Übereinkunft ist das Findungsverfahren am MDC zur Nachfolge von Herrn Prof. Dr. Rosenthal abgeschlossen. Lohse wird sein Amt als Wissenschaftlicher Vorstand und gleichzeitig als Vorstandsvorsitzender des MDC am 1. April 2016 antreten. Qua Amt wird er zudem Mitglied des Vorstands des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung (BIG), in dem die
Charité - Universitätsmedizin Berlin und das MDC ihre Stärken bündeln.

Weitere Informationen:
https://www.mdc-berlin.de/de/ <https://www.mdc-berlin.de/de/>

Stark im Kampf gegen Herzschwäche: Die Rimpar Wölfe!
Stark im Kampf gegen Herzschwäche: Die Rimpar Wölfe!

Der Heart Failure Awareness Day (HFA-Day) ist eine Aufklärungskampagne und Initiative der European Society of Cardiology (ESC), mit der sie breitflächig und grenzüberschreitend über die Volkskrankheit Herzschwäche aufklärt. Einer der erfolgreichsten Austragungsorte des HFA-Day ist das Würzburger DZHI mit seinem Partner KNHI.

>> PRESSEKONFERENZ 30.3.2016, 19 Uhr, Mannheim

Vom 6. bis 8. Mai 2016 startet der HFA-Day zum sechsten Mal in über 30 europäischen Ländern. Ziel ist neben der Aufklärung vor allem auch das Thema Prävention zu kommunizieren. Hier gilt es neue Impulse zu setzen. Am DZHI und KNHI geschieht dies mit dem Thema "Herz in Bewegung - Spitzensport trotz Kardiomyopathie". Im Rahmen verschiedener Aktionen und Veranstaltungen wird unter diesem Motto auf angeborene Herzmuskelschwächen ebenso der Fokus gerichtet, wie auf die Herzgesundheit fördernde Wirkung von Sport.

Für den HFA-Day hat Ex-Fußballnationalspieler Gerald Asamoah die Schirmherrschaft übernommen. Er leidet selbst an einer Kardiomyopathie und hat die Gerald-Asamoah-Stiftung für herzkranke Kinder ins Leben gerufen.

Auch der Handballbundesligist „Die Rimpar Wölfe“ unterstützt eine ganze Spielsaison lang die Aufklärungsaktionen rund um den HFA-Day und das Herz in Bewegung. Mannschaftskapitän Stefan Schmitt engagiert bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen, darunter eine Pressekonferenz im Rahmen der DGK-Tagung in Mannheim am 30. März 2016.

Aktivitäten "Herz in Bewegung" - HFA-Day 2016

  • Stark im Kampf gegen die Herzschwäche: Die Rimpar Wölfe unterstützen das DZHI!

1. Präventionskampagne “Tour  mit  Herz”

Das KNHI initiiert gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) und verschiedenen Kliniken die Fahrradkampagne „Tour mit Herz – Wir treten in die Pedale!“ Dabei starten im Umfeld des HFA-Days vom ADFC geleitete Radtouren in verschiedenen Städten. Mitfahren kann jeder, der über ein verkehrssicheres Fahrrad verfügt. Das Niveau der Touren ist eher leicht und auch für weniger Geübte sowie Familien geeignet. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr.

Die Radtouren im Überblick (alphabetisch nach Städten):

Bad Kissingen
Samstag, 16.04.2016
Weitere Infos folgen

Freiburg
Freitag, 08. Mai 2015,  Start: 15.00 Uhr
Treffpunkt: Uniklinikum Freiburg, Haupteingang  Medizinische Klinik,  am Kegel
Hugstetter Str. 55, 79106 Freiburg

Hagen
Samstag, 23.04.2016, 14.00-16.00 Uhr
Treffpunkt Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe, Brusebrinkstraße 20, 58135 Hagen
Thema: „Gemütlich durchs Ennepetal“
Im Anschluss: gemeinsame Stärkung + Geselligkeit im Ev. Krankenhaus Hagen-Haspe, Schulungsraum

Quakenbrück
Sonntag, 24.4.2016, 10.00- ca. 13.30 Uhr
Treffpunkt: DREI FIT Fitness und Sauna, Wiesengrund 8, 49610 Quakenbrück
10.30 Uhr: Start der Radtour / parallel Einweisung ins „Indoor Cycling“ im DREI FIT für Ungeübte
12.00 Uhr: Ende; anschließend Ernährungs-/Verpflegungsstand
12.30 Uhr  Vortrag zu Herzschwäche von Frau Dr. Götting mit Diskussionsrunde
ca. 13.30 Uhr: Ende der Veranstaltung

Saarlouis
Dienstag, 03.05.2016, 14.00-16.00 Uhr
Treffpunkt: Saarlouis Kleiner Markt

Ablauf: Gemeinsam mit den “Herzbikern” (Projekt Herz.BIKE Saar) Fahrt vom Kleinen Markt durch die Innenstadt von Saarlouis zum Schiffsanleger am Saarufer (ca. 2 km), dann ab ca. 15:00 Trainingsfahrt der Herzbiker über 2×15 km am Saarufer-Radweg.

Sindelfingen
Freitag, 29. April 2016, 13:00–ca. 16:00 Uhr
Treffpunkt: Wasserturm am Waldparkplatz, Arthur-Gruber-Straße,  Kliniken Sindelfingen
Infostände ab 13 Uhr, Start der gemeinsamen Tour gegen 14 Uhr

Würzburg
Samstag, 07.05.2015, 11.00-12.00 Uhr
Treffpunkt: Unterer Marktplatz in Würzburg
Geführte Radtour durch Würzburg und ins Umland
12.00-18.00 Uhr: Infostände und Bühnenprogramm auf dem Unteren Marktplatz aus Anlass des „Europäischen Tages der Herzschwäche (HFA-Day)“. Der HFA-Day findet gemeinsam mit dem „Europatag“ der Stadt Würzburg statt.

2. Malwettbewerb „Herz in Bewegung“ für Schulen, Klassen 1-6, in Kooperation mit der Stadt Würzburg

Der Malwettbewerb lädt Schüler/innen in und um Würzburg ein, sich kreativ mit dem Thema „Herz in Bewegung“ auseinanderzusetzen. So sollen bisherige Verhaltensweisen wie zu wenig Sport, ungesunde Ernährung und zu viel Zeit vor dem PC hinterfragt und Anregungen für einen gesünderen Lebensstil mit mehr Bewegung im Alltag gegeben werden.

Weitere Einzelheiten stehen im Flyer. Anmeldeschluss für den Wettbewerb ist Freitag, 18.03.2016. (Tel.: 0931-201/46324).

Die Preisverleihung findet am Dienstag, den 14.06.2016, von 14.00-15.00 Uhr, im Ratssaal des Rathauses Würzburg statt.

Im Anschluss werden die Kunstwerke an verschiedenen Orten ausgestellt, u.a. im Zentrum für Innere Medizin (ZIM) am Uniklinikum Würzburg und im Rathaus Würzburg. Die Termine kündigen wir rechtzeitig an.

3. Informationsveranstaltungen rund um Herzschwäche

Am  Aktionswochenende 6.-8. Mai 2016  können  sich  Patienten  und  Interessierte  bundesweit an verschiedenen Kliniken über Herzschwäche  informieren.  Infostände,  Vorträge,  Gesundheitschecks,  Kochvorführungen und  vieles  mehr werden angeboten.

Nähere Infos zu Orten und Terminen finden Sie in Kürze hier.

4. Umfrage: „Was wissen Sie über Herzschwäche?“

Um die Aufklärung über Herzschwäche weiter zu verbessern, sind verlässliche Daten darüber notwendig, was in der Bevölkerung an Wissen über die Volkskrankheit vorhanden ist und wo dringend Informationsbedarf besteht. Vor diesem Hintergrund führen wir im Rahmen des HFA-Days eine bundesweite Umfrage durch. Den Fragebogen können Sie in Kürze hier online ausfüllen, außerdem verteilen wir ihn auf zentralen Veranstaltungen zum HFA-Day.

5. Auftakt-Pressekonferenz zum HFA-Day: „Herz in Bewegung – Sport mit schwachen Herzen“
am Mittwoch, 30.03.2016, 19.00 Uhr, im Congress-Center Rosengarten in Mannheim

Herzspezialisten von KNHI/DZHI, der Deutschen Herzstiftung, dem Uniklinikum Mannheim und verschiedene Sportler stehen den  Journalisten gemeinsam Rede und Antwort zu den Themen angeborene Herzschwäche, Herzgesundheit & Sport.

Prof Brenda Gerull, Dept. of Cardiovascular Genetics.

Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI), das unter dem gemeinsamen Dach des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) und der Julius-Maximilians-Universität (JMU) die Volkskrankheit Herzschwäche systematisch erforscht und behandelt, hat vielversprechenden Forscherzuwachs bekommen: Die renommierte Kardiologin und Genetikerin Professor Brenda Gerull hat den Ruf des DZHI auf die Forschungsprofessur „Kardiovaskuläre Genetik“ angenommen und damit ihre Wirkungsstätte von Calgary, Kanada, nach Würzburg verlegt. Als Ärztin will sie eine Spezialambulanz für familiär bedingte Herzerkrankungen im UKW einrichten, als Wissenschaftlerin wird sie die Genetik der schwachen Herzen entschlüsseln.

 

 

Herzinsuffizienz (Herzschwäche) ist keineswegs ein natürlicher Alterungsprozess. Sie tritt auch bei Kindern und jungen Erwachsenen auf – und das gar nicht so selten. Beim jüngeren Patient entsteht Herzschwäche zumeist infolge einer Herzmuskelerkrankung, die zur Verdickung des Herzmuskels und/oder Erweiterung einer oder beider Herzkammern führt und dann Funktionsstörungen auslöst. Herzspezialisten sprechen von Herzmuskelerkrankungen (Kardiomyopathien). Sehr häufig sind diese genetisch bedingt: „Es gibt familiäre Formen von Kardiomyopathien, die statistisch betrachtet nur einmal in 10.000 Menschen auftreten können. Andere Herzmuskelerkrankungen sind relativ häufig und können bei einem von 500 Personen auftreten“, erklärt Prof. Brenda Gerull. „Ursache sind defekte Gene, also Mutationen im Erbgut. Doch während einige der Betroffenen ganz symptomfrei ein zunächst unbeschwertes Leben führen, sind andere von Anfang an schwer beeinträchtigt. Mich interessiert, wie es zu diesen verschiedenen Verlaufsformen der Kardiomyopathien kommt und wie sich daraus neue Ideen für Prävention, Diagnose und Therapie dieser Herzerkrankungen entwickeln lassen.“ Die Wissenschaftlerin ist eine von weltweit nur sehr wenigen Spezialisten, die sich mit den komplizierten genetischen und molekularen Grundlagen von Herzmuskelerkrankungen beschäftigen und die Erkenntnisse direkt in die klinische Anwendung überführen.

Angeborene Herzfehler – übrigens die häufigste angeborene Fehlbildung – familiäre Herzrhythmusstörungen und die Kardiomyopathien sind nicht selten auch Ursache für den plötzlichen Herztod, der bereits mehrfach junge Spitzensportler aus dem Leben riss: Diese oft vererbten Erkrankungen sind ein noch weitestgehend unverstandener Gegenstand in der Medizin: „Noch ist sehr wenig bekannt, was die Mutationen, die sich dann als solche Erkrankungen äußern, tatsächlich auf der Ebene von Molekülen, Zellen, Geweben und Organen auslösen. Unbekannt ist auch, wie sich Umweltfaktoren prognostisch günstig oder eher ungünstig auf die genetische Prädisposition auswirken“, so Brenda Gerull. Sehr viel Grundlagenforschung ist also noch von Nöten, um den Geheimnissen des Erbguts im Krankheitsverlauf der Herzerkrankungen auf die Spur zu kommen.

Aussichtsreich: Neue kardiologische Spezialsprechstunde am UKW

Doch trotz der noch offenen molekularen Rätsel, einen unmittelbaren Nutzen von Prof. Gerulls Forschung werden kardiologische UKW-Patienten bereits in absehbarer Zeit haben. Neben ihrer Forschungsarbeit wird die Medizinerin nämlich unter dem Dach der DZHI-Herzinsuffizienzambulanz eine neue Spezialsprechstunde öffnen, die Familien mit erhöhtem Risiko umfassend beraten wird. „Meine Erfahrungen aus Kanada zeigen, dass den meist jüngeren Patienten mit Herzmuskelerkrankungen und Herzrhythmusstörungen sowie deren Familien in gesundheitlicher und auch psychosozialer Hinsicht mit diesem Spezialangebot sehr geholfen werden kann. Die genetische Diagnostik kann in einigen Fällen Therapieoptionen stützen sowie auch präventiv Familienangehörigen helfen, die möglicherweise ein unerkanntes Risiko für diese Erkrankungen tragen,“ so die Ärztin Brenda Gerull.

Kontakt:

Prof. Dr. B. Gerull
Kardiovaskuläre Genetik

Universitätsklinikum Würzburg, Med. Klinik und Poliklinik I
Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz ● Würzburg (DZHI)

Oberdürrbacher Straße 6; A3, 2.854
97078 Würzburg

Tel.: ++49 931 – 201 39111
Fax: ++49 931 – 201 639111

E-Mail: gerull_b@ukw.de

 

26.01.2016

Was passiert im Herz nach einem Infarkt oder einer Entzündung?

Darstellung von Entzündungsprozessen am Herzens mittels nuklearmedizinischer Verfahren (DOTATOC-PET/CT.
Darstellung von Entzündungsprozessen am Herzens mittels nuklearmedizinischer Verfahren (DOTATOC-PET/CT.

Nach einer Schädigung des Herzmuskels, beispielsweise durch Herzinfarkt oder Herzmuskelentzündung – laufen Reparatur- und Heilungsvorgänge im Herzmuskel an. Wie diese genau ablaufen, war bislang noch unbekannt. Forschern des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und der Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Würzburg ist es jetzt gelungen, die Zellen abzubilden, die nach der Organschädigung wichtige Funktionen einnehmen. Damit kann die Prognose für die Entwicklung einer Herzschwäche, die dem Infarkt oder der Entzündung zumeist folgt, wesentlich genauer und besser durchgeführt werden. Für Herzschwächepatienten verspricht dies dann deutlich effizientere Therapieanwendungen und Verfahren.

„Die Heilungsprozesse nach einem Herzinfarkt oder einer Entzündung des Herzmuskels sind größtenteils noch nicht verstanden“, erklärt Professor Wolfgang Bauer, der am Würzburger Universitätsklinikum den Schwerpunkt Kardiale Magnetresonanztherapie und Klinische Elektrophysiologie leitet. Der Kardiologe und Physiker beschäftigt sich mit bildgebenden Verfahren in der Inneren Medizin, mit denen Krankheitsursachen und -verläufe erforscht werden. „Wir möchten herausfinden, was nach der Schädigung des Herzmuskels mit und in dem Organ passiert. Denn bislang spekulieren wir noch, dass gestörte oder überschießende Prozesse zu einer dauerhaften Verschlechterung der Herzleistung und damit zur Herzinsuffizienz führen.“

Der Grund, warum man beim Patienten so wenig über die Heilung nach Schädigung des Herzens weiß, liegt daran, dass es keine einfachen Verfahren gibt, die relevanten physiologischen Vorgänge zu erfassen. Blutwerte sind zu ungenau, Biopsien – also die Entnahme von kleinen Gewebestücken – sind für die Patienten zu belastend und es kann auch sein, dass man nicht das betroffene Areal findet oder trifft.

Den Würzburger Medizinern Dr. Reiter und Dr. Lapa aus der Forschungsgruppe um Professor Bauer ist es jedoch gelungen, die Entzündungsvorgänge im menschlichen Herzen direkt darzustellen: Ihre Verfahren und Ergebnisse publizierten sie in den international renommierten Fachmagazinen International Journal of Cardiology und dem European Heart Journal. Die Forscher nutzen nuklearmedizinische Verfahren in Kombination mit der Kernspintomographie, um die Zellen und Umbauvorgänge während der Entzündung im Herzen abzubilden. „Zunächst musste die Gruppe molekulare Spürsonden entwickeln, die die Entzündungszellen sichtbar machen. Das gelang den Forschern Dr. Li und Prof. Samnick mit einer radiochemischen Methode, bei der molekulare Strukturen auf der Oberfläche von Immunzellen markiert werden. Das Ausmaß der Gewebeschädigung im Herzen wurde mit der Kernspintomographie dargestellt. Dabei kann man z.B. das Gewebewasser, das bei einer Entzündung vermehrt ist, oder abgestorbene Zellengruppen sehen. Durch die Kombination der nuklearmedizinischen Technik mit der Kernspintomographie war es uns letztendlich möglich, erstmals bei Patienten das Ausmaß der Schädigung des Herzmuskels nach einem Infarkt darzustellen“, erklärt Prof. Bauer.

Für Herzinfarkt- und Herzschwächepatienten sind diese Detaileinblicke in den Krankheitsverlauf von immenser Bedeutung. Denn ihre Herzerkrankung kann künftig wesentlich genauer diagnostiziert und dementsprechend schneller spezifisch behandelt werden.

 

Publikationen:

Lapa C & Reiter T  et al: Imaging of myocardial inflammation with somatostatin receptor based PET/CT – A comparison to cardiac MRI. Int J of Cardiology 194 (2015) 44 -49.

Reiter T &. Lapa  C  et al: Detection of cardiac sarcoidosis by macrophage-directed somatostation receptor 2-based positron emission tomography/computed tomography. Eur. Heart J (36) 2015, http://dx.doi.org/10.1093/eurheartj/ehv278

25.01.2016

Frauenherzen schlagen anders

Frauenherzen schlagen anders: Vortragsreihe für den Bayer. Bauernverband.

Mit vier anderthalbstündigen Vorträgen informierte das DZHI in der vergangenen Woche (KW 4) bei einer Fortbildungsveranstaltung des Bayerischen Bauernverbandes/Landesgruppe der Frauen Würzburg insgesamt mehrere hunderte Zuhörerinnen und Zuhörer über das Thema Herzgesundheit und Herzerkrankungen.

Die DRs. Bettina Kraus, Susanne Brenner und Marcela Fajardo-Moser sowie Dominik Schmitt referierten in Leinach, Röttingen, Hausen und Giebelstadt jeweils darüber, ob Unterschiede bei Frauen- und Männerherzen sowie deren krankhaften Veränderungen existieren und informierten dabei auch über einen herzgesunden Lebensstil. So berichteten die Referent/-innen, dass es durchaus einen Unterschied bei Männer und Frauenherzen gibt, beispielsweise in der Manifestation von Herz- und Gefäßerkrankung. Frauen sind von Arteriosklerose und akuten Infarkten rund 15 Jahre später als Männer betroffen. Erklärbar sei dies durch das Absinken der geschlechtsspezifischen Hormone nach der Menopause. Erleidet eine Frau einen Herzinfarkt oder erkrankt an koronaren Herzerkrankungen, so ist sie im Vergleich mit einem männlichen Leidensgenossen stets schwerer betroffen, was wiederum durch das höhere Alter und dem damit einhergehendem Mehr an Komorbiditäten bedingt ist.

Die meisten der wohl mehr als 750 Zuhörer waren im typischen DZHI-Patientenalter und so hörten sie den Kardiologen ganz besonders aufmerksam zu: Regelmäßige Bewegung und Sport, keine Zigaretten und eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Der gesunde Lebensstil ist ein sehr wichtiger Faktor für den Gesundheitszustand des lebensnotwendigen Pumporgans.

Die Vortragsreihe wurde von dem BBV Bildungswerk ausgerichtet. www.bildung-beratung-bayern.de

16.12.2015

DZHI-Sprecher Prof. Georg Ertl wird zum 1. Januar 2016 Ärztlicher Direktor des UKW

Mit Prominenz aus Politik, Wissenschaft und Medien wurde der scheidende Ärztliche Direktor verabschiedet und Prof. Ertl im Amt begrüßt. V.l.n.r.: Prof Reiners, Dr. Spaenle, Prof. Ertl. Foto: UKW.
Mit Prominenz aus Politik, Wissenschaft und Medien wurde der scheidende Ärztliche Direktor verabschiedet und Prof. Ertl im Amt begrüßt. Foto: UKW.

Der langjährige Ärztliche Direktor des UKW, Prof. Christoph Reiners, wurde am 11. Dezember 2015 feierlich im Rudolf-Virchow-Zentrum des UKWs verabschiedet. Sein Nachfolger wird DZHI-Sprecher und Direktor des Medizinischen Klinik und Poliklinik I Prof. Georg Ertl. Ab 1. Januar 2016 wird er die Aufgaben des Ärztlichen Direktors übernehmen. Bei der Abschiedsfeier bedankte sich Prof. Ertl bei seinem Vorgänger für die äußerst strukturierte Amtsübergabe und drückte Respekt für dessen Leistungen aus: "Es bedarf keines Aufbruchs, sondern einer Kontinuität der guten Führung."

04.11.2015

Seltene Erkrankung liefert Aufschluss zu Fehlfunktionen bei Herzmuskelschwäche

Das EKG ist eine charakteristische Kurve des "Herzschlags".
Das Elektrokardiogramm (EKG) ist eine charakteristische Kurve des „Herzschlags“. Varianten im Kurvenverlauf zeigen Funktionsdefekte, wie etwa Herzrhythmusstörungen. Das EKG wird mit Sonden gemessen, die die elektrische Aktivität des Herzens aufnehmen.

Patienten, die an der seltenen Erkrankung Morbus Fabry leiden, können häufig keinen Sport machen. Grund dafür ist in erster Linie eine Hitzeintoleranz, aber auch weil ihre Herzfunktion mit der Anstrengung nicht adäquat mithält. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz Würzburg (DZHI) haben jetzt beschrieben, dass eine krankhafte Gewebeveränderung im Herzen für die verminderte Belastungsgrenze entscheidend ist. Bislang wusste man nur wenig darüber, wie sich die Herzfunktion bei den Erkrankten unter Ruhe und Belastung verändert. Die Erkenntnisse werden dabei helfen, Fabry-Erkrankte künftig besser therapieren zu können und liefern auch Aufschluss über die Volkskrankheit Herzschwäche.

Die Erbkrankheit Morbus Fabry entsteht durch eine Mutation auf dem X-Chromosom, die eine Speicherstörung im Stoffwechsel verursacht. Dadurch kommt es zur Anreicherung bestimmter Stoffe in verschiedenen Zellen. Die Ansammlung stört im Verlauf der Erkrankung oftmals mehrere Organfunktionen, wobei insbesondere Herz, Nieren und Nervensystem betroffen sind. Bei über der Hälfte aller Fabry-Patienten kommt es zur Beeinträchtigung der Herzfunktion, wodurch körperliche Leistungsfähigkeit, Lebensqualität und Lebenserwartung weiter gemindert werden. Mediziner des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) haben jetzt den Herzmuskel von rund 100 Fabry-Erkrankten unter Belastung untersucht und dabei festgestellt, dass bei Patienten mit fortgeschrittener Fabry-Krankheit starke Narbenbildung im Herzgewebe zu sehen sind. Sie zeigen charakteristische Elektrokardiogramme unter Anstrengung (Belastungs-EKG), die zudem Rückschlüsse zulassen, dass auch das autonome Nervensystem in den Krankheitsprozess involviert ist. Narbenbildung im Herzgewebe (Fibrose) ist bei Morbus Fabry ein sehr häufiges Phänomen und tritt auch bei Gesunden infolge eines Herzinfarktes auf.

Die Wissenschaftler untersuchten für ihre Studie, die sie jetzt im Journal of Inherited Metabolic Disease veröffentlichten, Herzen von rund 100 Fabry-Patienten in Ruhe, bei Belastung und im Langzeittest. Obwohl Morbus Fabry als seltene Erkrankung gilt, gehen viele Wissenschaftler von einer sehr hohen Dunkelziffer aus, da sich die Erbkrankheit schleichend und unterschiedlich äußert und daher nur sehr schwer diagnostizierbar ist. Charakteristisch bei fortgeschrittenem Fabry ist die Narbenbildung auf dem geschädigten Herz. Diese sogenannte Myokardfibrose verursacht, dass bei den Patienten Herzfrequenz und Puls nicht adäquat mit zunehmender Aktivität ansteigen. Das Herz der fibrotischen Fabry-Patienten schlug signifikant langsamer, während sie auf einem Ergometer radelten, als das Herz von Fabry-Patienten mit schwacher oder noch keiner Narbenbildung. Dementsprechend niedriger war auch der Blutdruck bei den Patienten, die viel Vernarbung im Herzgewebe zeigten. Die ausgewerteten Elektrokardiogramme deuteten zudem darauf hin, dass auch das autonome Nervensystem Einfluss auf die Herzinkompetenz der Patienten hat.

„Unsere Daten deuten an, dass beim Morbus Fabry die Fibrose im Herzen für Veränderungen in der Repolarisationsphase des Herzens verantwortlich ist: Unter Belastung zeigen sich ausgeprägt inadäquate Blutdruck- und Herzfrequenzanstiege. Außerdem tauchen mit zunehmender Fibrose sehr häufig Zusatzschläge im Herzrhythmus auf“, erklärt der Mediziner Dr. Johannes Krämer, der die Studie federführend koordinierte. „Für die Fabry-Patienten ist diese Beobachtung natürlich wichtig. Denn wir müssen jetzt diskutieren, ob und wann wir beispielsweise bestimmte Herzschrittmacher einsetzen wollen oder ob die derzeitige Therapie des Morbus Fabry, bei dem der Gendefekt durch lebenslange Enzymgabe ausgeglichen wird, noch verbessert werden kann.“ Und weiter: „Wissenschaftlich tun sich jetzt ebenfalls eine ganze Reihe von Rätseln auf. Wir müssen jetzt weiter forschen, wie die Abnormitäten in den EKG-Kurven von Fabry-Patienten entstehen. Wir fragen uns, ob die Fibrose ursächlich ist oder die Ablagerungen in den Zellen oder auch, ob andere pathologische Vorgänge die Leistungsminderung begründen.“ Weitere Untersuchungen sollen nun folgen und werden das Verständnis von Herzerkrankungen –auch bei Nicht-Fabry Betroffenen – erweitern.

Publikation:

Krämer J et al.: Electrical Changes in Resting, Exercise, and Holter Electrocardiography in Fabry Cardiomyopathiy. JIMD Reports, DOI 10.007/8904_2015_502

Schlafapnoe wird bei Herzschwächepatient in der SERVE-HF Studie untersucht, an der das DZHI maßgeblich beteiligt ist.
Ausmaß und Form der Schlafapnoe werden in klinischen Studien, wie sie am DZHI durchgeführt werden, mit speziellen Messgeräten, die der Patient über Nacht trägt, erfasst.

Schlafbezogene Atemstörungen (Schlafapnoe) belasten die Prognose bei Herzinsuffizienz. Während des Schlafes treten dabei Atemaussetzer auf, die, wenn sie häufig vorkommen, hohen Blutdruck, Herzrhyth-musstörungen und Minderdurchblutung des Herzmuskels hervorrufen können und das schwache Herz so weiter belasten. Ein internationales Forscherteam mit Beteiligung von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) untersuchte nun, ob die maschinell assistierte Atemhilfe mittels soge-nannter adaptiver Servo-Ventilation (ASV) bei Patienten, die an Herzinsuffizienz und zentraler Schlafapnoe leiden, geholfen werden kann. Leider nicht, wie sie im renommierten New England Journal of Medicine publizieren.

Herzschwäche ist eine häufige Erkrankung besonders älterer Patienten, die mit zahlreichen Folge- und Begleiterkrankungen einhergeht. Nicht selten besteht gleichzeitig eine Schlafapnoe, die entweder obstruktiv durch eine Verlegung der oberen Atemwege durch Weichteile oder aber zentral bedingt sein kann. Für die obstruktive Form hat sich die gerätevermittelte CPAP-Atemtherapie fest etabliert, bei der die Einatmungsphase durch positive Druckausübung unterstützt wird. Bei der zentralen Schlafapnoe kommt es während der Schlafphase häufig zur sogenannten Cheyne-Stokes Atmung, die durch verminderte Atemtiefe (Hypopnoe) und Atemstillstände (Apnoe), gefolgt von heftigem tiefem Einatmen gekennzeichnet ist. Infolge der abnormen Atemtätigkeit verringert sich der Sauerstoffgehalt im Blut und Herzrhythmusstörungen, hoher Blutdruck und Minderdurchblutung des Herzmuskels können die Folge sein. Treten diese Vorgänge häufig auf, sind sie für Herzschwäche prognostisch ungünstig.

Eine Behandlung, die Apnoe und Hypopnoe wirksam beseitigt, ist die sogenannte adaptive Servo-Ventilationstherapie (ASV-Therapie). Der Patienten trägt dabei nachts eine bequeme Atemmaske, die über ein rechnergestütztes Gerät die Atemtätigkeit überwacht, unterstützt und anpasst. Man dache daher, dass sie so die Prognose der Herzschwäche verbessern könnte. Völlig unerwartet ergab die internationale randomisierte SERVE-HF Studie nun jedoch, dass die ASV-Therapie keine positive Wirkung auf das Krankheitsgeschehen hat. Die Würzburger Kardiologin Christiane Angermann (DZHI) erklärt: „Wir haben untersucht, wie sich die regelmäßige nächtliche Behandlung mit ASV-Therapie auf den kombinierten Endpunkt aus Tod jeder Ursache, lebensrettender kardiovaskulärer Maßnahmen (z.B. Häufigkeit von ICD-Schocks) oder aber ungeplante Hospitalisierung wegen verschlechterter Herzinsuffizienz auswirkte. Dabei fanden wir keinen Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen. Im Gegenteil traten aber der Tod aus jeder und speziell aus kardiovaskulärer Ursache bei unseren Patienten mit einer Herzpumpleistung von 45 Prozent oder weniger, signifikant häufiger auf, wenn sie mit ASV-Therapie behandelt wurden. Unsere Studie hat also genau das Gegenteil von dem belegt, was wir vor Studienbeginn dachten: Nämlich dass die ASV-Therapie bei Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion und zentraler Schlafapnoe die Prognose bessert.“ Die Mediziner empfehlen daher, die ASV-Therapie weiter nur im Rahmen klinischer Studien anzuwenden. Bei Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz sollte sich nicht eingesetzt werden, wenn die Pumpleistung der linken Herzkammer nur 45% oder weniger beträgt.

Das überraschende Ergebnis wirft weitere Fragen auf. Christiane Angermann: „Wir wollen jetzt verstehen, was durch die Behandlung im Körper passiert. So könnten wir wertvolle Hinweise für die Entwicklung erfolgreicherer Therapieformen für beide Erkrankungen, also Herzschwäche wie auch Atemstörung, bekommen.“ Die Wissenschaftler stehen vor vielen Fragen: Ist es der zugefügte Atemdruck, der negative Auswirkungen auf Herzfunktion und Regulationsmechanismen im Kreislauf hat? Und gilt das für alle Patientengruppen in gleicher Weise? Oder verhält es sich vielleicht sogar so, dass die Cheyne-Stokes Atmung kompensierende Effekte hat und damit eine Form der Anpassung an die Herzschwäche und einen körpereigenen Schutzmechanismus darstellt, der durch die Behandlung weggenommen wird?

„Es gibt noch viel zu tun“, sagt die Wissenschaftlerin. „An Studien, wie dieser, sehen wir, dass die Herzschwäche und ihre Folge- und Begleiterkrankungen noch lange nicht in allen Facetten verstanden sind“.

Publikationen:

Cowie MR et al.: Adaptive servo-ventilation for central sleep apnea in systolic heart failure. N Engl J Med. DOI:101056/NEJMoa1506459

Alan IP, Magalang UJ: Heart Failure and Sleep-Disordered Breathing- The Plot Thickens. N Engl J Med 2015; 373:1166-1167. DOI: 10.1056/NEJMe1510397

"Jeder der die Chance bekommt, sollte mitmachen", so der 2000. STAAB-Proband Dr. Henzel.
"Jeder der die Chance bekommt, sollte mitmachen", so der 2000. STAAB-Proband Dr. Henzel.

Deutsches Zentrum für Herzinsuffizienz bedankt sich für die breite Unterstützung der Würzburger Bevölkerung!

Seit Dezember 2013 untersuchen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) am Uniklinikum Würzburg in der STAAB-Studie Faktoren, die zur Entstehung einer Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz) beitragen. Das Forscherteam um Prof. Stefan Störk und Prof. Peter Heuschmann konnte vor wenigen Tagen den 2000. Probanden, Dr. Jochen Henzel, im STAAB-Untersuchungsprogramm begrüßen. Wie die vielen Studienteilnehmer zuvor, hatte auch er im Rahmen des Untersuchungsprogramms eine umfangreiche Diagnostik rund um seine Herzgesundheit erhalten: „Jeder, der die Chance bekommt bei STAAB teilzunehmen, sollte mitmachen. Man trägt nicht nur zur Erforschung der Herzschwäche bei, sondern erhält auch viele wertvolle Infos zum Gesundheitszustand und lernt ein tolles Ärzte- und Forscherteam kennen“, so der 2000. Teilnehmer Henzel.

Das von der Stadt Würzburg unterstützte STAAB-Programm wird bis Sommer 2017 insgesamt 5.000 Personen untersuchen. Sie sind allesamt Einwohner der Stadt Würzburg im Alter von 30 bis 79 Jahren. Ermittelt werden sie über das Einwohnermeldeamt der Stadt Würzburg und per Post zu einer Untersuchung eingeladen.

STAAB steht für die frühen Stadien A und B einer Herzschwäche. Aus den Ergebnissen der STAAB-Studie sollen neue Präventions- und  Behandlungsstrategien der Herzinsuffizienz entwickelt werden.

Die Aktivität des Herzens kann mit dem EKG gemessen werden.
Das Protein RKIP kann dauerhaft die Aktivität des Herzens erhöhen.

Viele ältere Menschen leiden an Herzschwäche. Noch gibt es keine heilende Therapie. Hoffnung macht nun ein neuer Therapieansatz von Forschern der Universität Würzburg. Er könnte erstmals zu einer Behandlung führen, die das schwache Herz nachhaltig kräftigt und dem Patienten nicht schadet.

In der aktuellen Ausgabe von Nature Medicine berichten Forscher um Kristina Lorenz, Professorin am Institut für Pharmakologie und Toxikologie und dem Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz der Universität Würzburg, über ein Protein, dass das Herz stärker pumpen lässt und es gleichzeitig vor Schäden schützt. Bisher führten alle Versuche, das Herz zu einer höheren Pumpleistung anzuregen, bei längerfristiger Anwendung zu deutlichen Schäden. Studien belegten zudem, dass so behandelte Patienten oft schneller verstarben. Deswegen verwendet man heute indirekte Therapien, die auf Blutdruck, Niere und Hormonsysteme wirken, nicht aber auf das Herz selbst.

Die Würzburger Forscher entdeckten nun, dass ein Protein mit dem Namen RKIP zu einer dauerhaften Erhöhung der Schlagkraft des Herzens führt. In Herzen von Patienten mit chronischer Herzschwäche, so beobachteten sie weiterhin, findet sich mehr von dem Protein als bei gesunden Personen. Dabei handele es sich vermutlich um einen körpereigenen Schutzmechanismus, schreiben die Wissenschaftler in Nature Medicine.

Für ihre Studie untersuchten sie genetisch veränderte Mäuse, die vermehrt RKIP im Herzen bildeten. Diese profitierten von einer lebenslang erhöhten Herzleistung und waren vor hohem Blutdruck, Infarkt und anderen Schädigungen des Herzens geschützt. Umgekehrt erwiesen sich Mäuse, bei denen das Gen für RKIP ausgeschaltet wurde, als besonders empfänglich für Herzschäden. Durch eine anschließende Gentherapie mit RKIP konnten sie jedoch vor Schäden bewahrt werden.

Das Protein RKIP sorgt dafür, dass Herzmuskelzellen auf das Stresshormon Adrenalin empfindlicher reagieren. Vermittelt wird diese Wirkung durch Rezeptoren auf der Oberfläche der Herzmuskelzellen. Einige Rezeptoren, genannt beta-1, erhöhen die Schlagkraft des Herzens. Andere Rezeptoren, genannt beta-2, vermitteln die Schutzwirkungen.

„Unsere Entdeckung eröffnet der Herztherapie ganz neue Chancen“, sagt Kristina Lorenz. Denn bisher gebe es keine Therapie, die das Herz gleichzeitig antreibt und schützt. Denkbar sei eine Behandlung per Gentransfer oder durch Arzneimittel, die die Bildung von RKIP im Herzen anregen. Lorenz: „Nach solchen Medikamenten suchen wir derzeit.“

„Die chronische Herzschwäche ist die Epidemie des 21. Jahrhunderts“, sagt Professor Georg Ertl, Leiter des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz. Der Bedarf an wirksamen Behandlungen sei groß. „Kristina Lorenz und ihre Arbeitsgruppe haben mit ihrer Entdeckung ein ganz neues Forschungsfeld eröffnet“, betont auch Professor Martin Lohse, Vorstand des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie.

Diese Entdeckung könnte eine Vielzahl von neuen Angriffsmöglichkeiten für die Therapie eröffnen. Kristina Lorenz will zusammen mit Firmen an der Entwicklung einer Gentherapie arbeiten. Einfacher anzuwenden wären allerdings Medikamente, die entweder RKIP aktivieren oder seine Produktion im Herzen anregen.

Über die chronische Herzschwäche

Mit der zunehmenden Alterung der Bevölkerung tritt die chronische Herzschwäche vermehrt auf. Mehr als 45.000 Menschen sterben jährlich an Herzschwäche. Damit ist diese Krankheit, nach Durchblutungsstörungen des Herzens und dem Herzinfarkt, die Todesursache Nummer drei in Deutschland. Einige Formen der Herzschwäche lassen sich mit Medikamenten wie Betablockern und Blutdrucksenkern behandeln, für andere fehlt immer noch eine geeignete Therapie. Fast immer ist die Behandlung lebenslänglich notwendig. Medikamente, die das Herz direkt stärken, darunter sogenannte Herzglykoside, Katecholamine und PDE-Hemmer, verbessern das Befinden zwar kurzfristig. Mit der Zeit führen sie jedoch zu Rhythmusstörungen und zu organischen Schäden am Herzen.

Publication: Cardiac RKIP induces a beneficial Beta-adrenoceptor- dependent positive inotropy. Nature Medicine DOI: 10.1038/nm.3972

DZHI präsentiert sich auf der Mainfrankenmesse 2015.
Mainfrankenmesse 2015

Viel Nachfragebedürfnis und ein besonders hohes Interesse an der Herzschwäche und koronaren Herzerkrankungen brachten die Besucher des DZHI-Standes auf der Mainfrankenmesse am 30.9.2015 mit. Woher kommt die Herzschwäche eigentlich? Bekomme ich das mit einem erhöhten Blutdruck auch? Und: Ich habe bereits mehrere Stents gelegt bekommen, macht das dem Herz etwas aus? Dominik Schmitt, ehemaliger Rotant und Studienarzt am DZHI, hatte viel zu tun. Unermüdlich gab er den vielen und zumeist älteren Besuchern Ratschläge, Tipps und Tricks rund um die Themen Blutdruck, Rythmusstörungen und Herzgesundheit.

Als eine kleine Attraktion für die jüngeren Gäste des DZHI-Standes erwiesen sich zwei sehr lebensnahe Kunstarme, die das DZHI freundlicherweise von der Lehrklinik als Leihgabe für seine Messepräsentation bekam. Die Besucher konnten testen, wie einfach oder schwer es ist, eine Ader am menschlichen Arm zu finden, um eine Blutprobe zu nehmen. Während sie nach der Ader suchten, erfuhren sie viel über Pumpleistung und –störung des Herzens und über die wesentliche Rolle der klinischen Studien für die Medizin von morgen.

Ein weiteres Highlight des Messetages war die Stippvisite von Joshiko Saibou. Der neue Aufbauspieler der S.Oliver Baskets kam zum DZHI-Stand, um sich ebenfalls in der Blutentnahme zu testen und um das DZHI tatkräftig bei der Bekanntmachung des nächsten Malwettbewerbs für Schüler zu stützen. Das Team der S. Oliver Baskets hat die Patenschaft für den Wettbewerb übernommen. Unter dem Motto „Herz in Bewegung“ sind erneut Schüler und Schulklassen der Klassen 1-6 dazu aufgefordert, Kunstwerke der Herzgesundheit zu erstellen und einzusenden. Wie immer gibt es dann Geschenke und eine aufregende Preisverleihung im Juni 2016 im Rathaus Würzburg.

Auf der Mainfrankenmesse wird sich das DZHI noch am kommenden Samstag, 3.10.2015 nachmittags in Halle 13 des Gesundheitspark vorstellen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich über das Forschungs- und Behandlungszentrum zu informieren und Neues über die Volkskrankheit Herzschwäche zu erfahren.

Download >> Flyer Malwettbewerb "Herz in Bewegung"

19.09.2015

Moderne Epidemie

Forschung am DZHI.

Prof. Stefan Störk und Prof. Roland Jahns (IBDW) berichten über die Bedeutung der klinischen Forschung am DZHI für die Weiterentwicklung von Therapie- und Präventionsmaßnahmen im Kampf gegen die Volkskrankheit Herzschwäche.


Seit 2010 werden am DZHI Patientenstudien und Grundlagenforschungsprojekte durchgeführt. Wie die Forschung in die Anwendung am Patienten überführt wird, das können Sie hier weiterlesen (mehr).

17.09.2015

DZHI auf der Mainfrankenmesse am 30.09. und 3.10.

Blutabnahme am Kunstarm probieren

Das DZHI ist auf der Mainfrankenmesse am 30.9.2015 und am 3.10.2015! Wir sind in Halle 1/2, direkt rechts vom Eingang Süd.

Wer uns näher kennen lernen will und/oder schon immer einmal eine Blutprobe nehmen wollte, der sei herzlich eingeladen bei uns mitzumachen!

 

 

Bruno Alliolo war Koordinator des Projektbereiches D am DZHI.

Am 16. August dieses Jahres starb Prof. Bruno Allolio im Alter von 65 Jahren. Über 20 Jahre lang prägte er als Schwerpunktleiter die Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg. Seine Patienten behalten ihn als empathischen Arzt, seine Schüler als inspirierenden Lehrer und die Fachwelt als ideenreichen Wissenschaftler in Erinnerung.

„Wir sind tief betroffen vom viel zu frühen Tod von Professor Bruno Allolio. Er war ein höchst kreativer und innovativer Endokrinologe und Wissenschaftler, ein empathischer und fürsorglicher Arzt sowie ein höchst inspirierender Lehrer“, sagt Prof. Martin Fassnacht, der Nachfolger des Verstorbenen als Schwerpunktleiter Endokrinologie des Uniklinikums Würzburg (UKW).

Bruno Allolio wurde im Jahr 1949 in Mönchengladbach geboren. Nach seinem Studium der Physik und Medizin an der Kölner Universität nahm er seine klinische Ausbildung am Universitätsklinikum Köln auf. Zwei wissenschaftliche Post-Doc-Aufenthalte führten ihn an das St. Bartholomew's Hospital in London/Großbritannien und an die National Institutes of Health in Bethesda/USA.

Seit 1992 am Universitätsklinikum Würzburg tätig

Im Jahr 1992 übernahm er den Schwerpunkt Endokrinologie am Universitätsklinikum Würzburg. „Prof. Allolio schuf an unserem Klinikum eine wissenschaftlich hoch aktive Gruppe, die fast alle Bereiche der endokrinologischen Forschung abdeckte und dabei einen Schwerpunkt auf Erkrankungen der Nebenniere setzte“, berichtet Prof. Christoph Reiners. Der Ärztliche Direktor des UKW arbeitete selbst viele Jahre lang eng mit den Endokrinologen des Klinikums zusammen.

Bruno Allolio publizierte mehrere Lehrbücher und über 400 Originalarbeiten, die auch heute noch als Meilensteine in der Nebennierenforschung gelten. Seine Arbeiten umfassen das gesamte Spektrum grundlagenorientierter, translationaler und klinischer Forschung. Die Translation der Forschungsergebnisse in eine spürbare Verbesserung der Patientenbetreuung war ihm dabei ein besonderes Anliegen.

In der Wissenschaftswelt fest verankert

Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) war in all diesen Jahren seine wissenschaftliche Heimat. Er war ihr erster Pressesprecher und im Jahr 2003 einer der wesentlichen Initiatoren der DGE-Sektion Nebenniere, Steroide und Hypertonie. Auf die Idee und Initiative von Bruno Allolio gehen die seit 1989 sehr erfolgreichen Nebennierenkonferenzen und der inzwischen jährlich stattfindende Intensivkurs Endokrinologie zurück. Im Jahr 1988 wurde ihm der Schoeller-Junkmann-Preis verliehen und im Jahr 2013 erhielt er mit der Berthold Medaille die höchste Auszeichnung der DGE.

Bruno Allolio pflegte viele nationale und internationale Kontakte, Kollaborationen und Freundschaften. Er arbeitete als langjähriger Editor des European Journal of Endocrinology. Und als eine treibende Kraft in der Gründungsphase der European Society of Endocrinology (ESE) war er Teil von deren erstem Executive Committee. Die ESE würdigte sein weitreichendes Engagement für die europäische Endokrinologie im Jahr 2014 mit der Ehrenmitgliedschaft. Prof. Allolio war ferner Mitbegründer des Europäischen Netzwerks für Nebennierentumoren (ENSAT), das sich unter anderem dank seines Engagements zur weltweit führenden Organisation in diesem Forschungsgebiet entwickelte.

Gründer einer „Würzburger Schule“ von Endokrinologen

Die Förderung des endokrinologischen Nachwuchses lag ihm sehr am Herzen. Dabei hatte die Begeisterung für die Endokrinologie, die er als Lehrer und Redner vermittelte, eine außergewöhnliche Strahlkraft. „Als eines der Ergebnisse dieses Einsatzes gelang es Prof. Allolio, von Würzburg ausgehend eine regelrechte ‚Schule‘ klinisch und wissenschaftlich tätiger Endokrinologen in Deutschland und darüber hinaus zu schaffen“, schildert Prof. Reiners.

17 Jahre gegen eigene Erkrankung angekämpft

Die Lebensperspektive von Bruno Allolio änderte sich im Jahre 1998, nachdem bei ihm eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung diagnostiziert worden war. Obwohl er deswegen Abstand von größeren Karriereschritten nahm, hielt ihn dies nicht davon ab, seine wissenschaftlichen Interessen mit großer Kraft, Ausdauer und Erfolg zu verfolgen. Als klarer Verfechter des medizinischen Fortschritts bekämpfte er seine Erkrankung mit den therapeutischen Möglichkeiten, die sich ihm über die Jahre boten.

Zwischen Februar 2014 und Januar 2015 leitete er die Bereiche Endokrinologie und Diabetologie am UKW gemeinsam mit seinem Nachfolger Prof. Fassnacht und trat dann in den Ruhestand. Bis wenige Tage vor seinem Tod war er noch wissenschaftlich tätig. Am 16. August 2015, im Alter von 65 Jahren, erlag Bruno Allolio seinen schweren Leiden.

10.07.2015

Staatssekretär Bernd Sibler zu Besuch im DZHI Neubau

Staatssekretär Bernd Sibler und Minesterialrat Florian Albert beim Besuch des DZHI-Neubaus.
Staatssekretär Bernd Sibler und Minesterialrat Florian Albert beim Besuch des DZHI-Neubaus.

Bernd Sibler, Mitglied des bayerischen Landtags und Staatssekretär des Ministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kultur, besucht am kommenden Freitag das neue Forschungsgebäude des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI), das derzeit auf dem Gelände des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) am Schwarzenberg entsteht.

Bereits 28 Monate nach Baubeginn feierte das DZHI im Beisein von viel Prominenz aus Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit Mitte Juni das Richtfest seines Neubaus. Das Forschungs- und Behandlungsgebäude wird die überregional bekannte Herzinsuffizienz-und Studien-Ambulanz ebenso wie eine der modernsten Bildgebungseinheiten Deutschlands beherbergen, den Wissenschaftsstandort Würzburg nachhaltig  prägen und ein weithin sichtbarer Wegweiser in Forschung und Behandlung der Herzinsuffizienz darstellen.

Staatssekretär Sibler, der im Bayerischen Forschungsministerium im Ressort Wissenschaftspolitik tätig ist, wird auch weitere Einrichtungen der Universität Würzburg und des Universitätsklinikums besuchen.

Herzinsuffizienz ist eine der großen gesundheitspolitischen und –ökonomischen Herausforderungen, mit denen Mediziner und Gesundheitsversorger derzeit zu kämpfen haben. Die Erkrankung führt die Statistik der Krankenhauseinweisungen an und ist derzeit nicht heilbar. Erschwerend wird sie von zahlreichen Komorbiditäten begleitet, wodurch die Erforschung der Systemerkrankung Herzschwäche per se eine medizinische Herausforderung ist.

Medienvertreter sind ausdrücklich eingeladen, am Freitag, den 10.7.2015, ab 10.15 Uhr beim Besuch der Baustelle dabei zu sein.

Bei strahlendem Sonnenschein wurde den Bauleuten für ihre hervorragende Arbeit auf der DZHI-Baustelle gedankt.
Bei strahlendem Sonnenschein dankten die DZHIler und die Leitungsspitzen von Universität und UKW den Bauleuten für ihre hervorragende Arbeit.

Mehr als 1500 verbaute Tonnen Stahl, 4500 LKW-Ladungen Erdreich, die aus einer 18 Meter tiefen Baugrube befördert wurden: Auf dem Gelände des Universitätsklinkum Würzburg entsteht momentan am Schwarzenberg das neue Forschungs- und Behandlungsgebäude des Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI). Am Freitag, den 12. Juni 2015, fand mit viel Prominenz aus Politik und Wissenschaft das feierliche Richtfest auf der DZHI-Baustelle statt. Der Neubau soll ab Ende 2016 in Betrieb genommen werden und wird dann eine Nutzfläche von rund 5400 qm für etwa 230 Mitarbeiter und Patienten bieten.

Als bundesweit einziges Zentrum für die Forschung und Behandlung der Systemerkrankung Herzschwäche wuchs das DZHI seit seiner Gründung 2010 schnell und stetig und entwickelte sich so bis weit über die medizinischen Fachkreise hinaus zum Dreh- und Angelpunkt der Herzinsuffizienzforschung und -behandlung. Schnell wurde dabei natürlich auch mehr Platz von Nöten - und nun ist es tatsächlich absehbar, wann das DZHI in seinen Neubau ziehen kann. Mit dem Umzug und der Einweihung des neuen Gebäudes Ende 2016 wird das Zentrum dann sein Innovations- und Leistungspotential weiter ausbauen und dabei auch den Wissenschaftsstandort Würzburg deutlich mitprägen. So wird beispielsweise die geplante Bildgebungseinheit des DZHIs eine der modernsten ihrer Art.

Neben dem bayerischen Staatssekretär im Innenministerium, Gerhard Eck, dankten auch Oberbürgermeister Christian Schuchardt sowie Universitätspräsident Alfred Forchel und der ärztliche Direktor des Uniklinikums, Christoph Reiners, den Bauleuten für ihre Spitzenleistung auf der Baustelle: Erst vor einem Jahr war der Spatenstich für den DZHI-Neubau gesetzt worden; jetzt rakt schon der modern konzipierte, mehrgeschossige Neubau auf dem schräg abfallenden Gelände hervor und verspricht eine neue Ära der Herzinsuffizienz-Forschung in Würzburg. Das DZHI sei ein Flaggschiff der Herzforschung, so Alfred Forchel und betonte damit die Bedeutung der Medizin für den Wissenschaftsstandort Würzburg.

Georg Ertl, wissenschaftlicher Sprecher des DZHI und Christoph Reiners betonten während der Feierlichkeit, dass auch im Uniklinikum die Versorgung und Betreuung von Herzinsuffizienz-Patienten stark zugenommen habe. Derzeit versorge das UKW jährlich mehr als 41.000 Patienten, die mit HI eingewiesen werden, Tendenz steigend. Der Neubau sei daher auch eine wichtige Investition des Landes Bayern für die vielen Patienten, die in der überregional bekannten Herzinsuffizienz-Ambulanz des DZHI versorgt werden. Hier haben die Patienten die Möglichkeit  an klinischen Studien teilzunehmen, was für sie neben der umfangreichen interdisziplinären Versorgung auch eine weitere Therapieoption darstellt. Die Ambulanz soll im neuen DZHI-Gebäude deutlich mehr Platz und Patientenkomfort bieten.

11.05.2015

Impressionen vom Europäischen Tag der Herzschwäche: Tag der offenen Tür des DZHI

Am DZHI Stand: Vielen Dank für Ihre Teilnahme an der Umfrage.

Vielfältige Vorträge rund um die Herzgesundheit im Hörsaal

ibdw-Stand

Stand der Herzsportgruppe

Im Hörsaal

Am Stand der Deutschen Herzstiftung

Informationen zum Berufsbild und zur Ausbildung der Herzinsuffizienzschwester

Experten stehen Rede und Antwort bei der offenen Sprechstunde.

Schüler des Riemenschneider-Gymnasiums zeigten spannende Experimente zu Forschung & Herzinsuffizienz.

Thai Chi

Viel Freude bereitete das Glücksrad.

Ausstellung zum Malwettbewerb: „Gesundes Herz macht Schule – Ma(h)lzeit für‘s Herz“

Ausstellung zum Malwettbewerb: „Gesundes Herz macht Schule – Ma(h)lzeit für‘s Herz“

Die begehbare Arterie

Das Bauamt präsentierte ein Modell des neuen Forschungsgebäudes.

DZHI-Stand

"Was das Herz beschwert: Denken, Fühlen und Essen" - Kognitive Tests

Blutdruckmessung

Tipp: Klicken Sie auf die Fotos in der Foto-Galerie - dann können Sie sich die Fotos in einer größeren und vollständigen Darstellung ansehen.

22.01.2015

Langfristige Perspektive für die Würzburger Herzforschung

Posterbegehung DZHI
Bei der Posterbegehung stellten sich über 200 Mitarbeiter und Partner des DZHI den Fragen der Gutachter.

Gute Nachrichten für das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) an der Uniklinik Würzburg: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Zentrum für weitere fünf Jahre fördern. Ein internationales Gutachtergremium bescheinigte dem DZHI bei einer Begehung am 21. Januar eine ausgezeichnete Leistung in Forschung und Patientenversorgung.

Bereits seit vier Jahren wird das DZHI als Integriertes Forschungs- und Behandlungszentrum vom BMBF gefördert. Nun stellte das Ministerium das Zentrum auf den Prüfstand. Die Gutachter beurteilten die bisherige Arbeit, aber vor allem auch das Zukunftskonzept für das Zentrum. Dieses Konzept stellten der Vorstand des DZHI und über 200 Mitarbeiter gemeinsam mit Partnern aus Politik, Wissenschaft und Gesundheitswesen vor.

Als Vertreter des Bayerischen Staatsministeriums für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst betonte Florian Albert, wie das hohe Niveau der klinischen Forschung und der Grundlagenforschung des DZHI den Wissenschaftsstandort Bayern bereichert. „Um das Zentrum künftig zu fördern, errichten wir speziell für das DZHI ein Forschungsgebäude, das im nächsten Jahr fertiggestellt wird. Die Kosten von 45 Millionen Euro werden vom Freistaat und dem Bund gemeinsam getragen. Erste Priorität des Freistaats Bayern wird es sein, gemeinsam mit der Universität und dem Universitätsklinikum die Verstetigung zu ermöglichen.“

Auch der Präsident der Universität Würzburg, Alfred Forchel, hob in seiner Ansprache die Stellung des DZHI für die Universität hervor: „Das DZHI hat eine Schlüsselstellung in unserer Forschungsstrategie und unserem Schwerpunkt der Biomedizin. Auch die Entwicklung von Weiterbildungsprogrammen am DZHI
und ihre Einbindung in die entsprechenden Strukturen der Universität sind vorbildlich.“ Dem schloss sich der Dekan der Medizinischen Fakultät,  Matthias Frosch, inhaltlich an.

Unterstützung erhielt das DZHI auch vom Ärztlichen Direktor Christoph Reiners: “Die Ergebnisse der interdisziplinären Studien zur Verbesserung der Patientenversorgung wirken sich schon jetzt positiv auf die lokale, regionale und sogar nationale Patientenversorgung aus.“ Reiners sagte dem DZHI die weitere ideelle und finanzielle Unterstützung des Uniklinikums zu.

Die Gutachter beurteilten das Zentrum als exzellent und hoben verschiedene Bereiche, darunter die Bildgebung am DZHI, besonders hervor. Kürzlich konnte die Physikerin Laura Maria Schreiber als neue Professorin für dieses Fachgebiet gewonnen werden, die das starke Team aus Kardiologie, Radiologie, Nuklearmedizin und Biophysik noch weiter verstärkt. In den nächsten fünf Jahren werden die technisch sehr anspruchsvollen bildgebenden Methoden am DZHI im neuen Forschungsgebäude hochgerüstet und weiter entwickelt.

Der Sprecher des DZHI, Georg Ertl, sieht durch die Förderung  das Zentrum auf einem ausgezeichneten Weg, künftig seine nationale und internationale Stellung in der Forschung und Behandlung der Volkskrankheit Herzinsuffizienz voranzubringen.


12.01.2015

3. Winter School "Clinical Epidemiology"

Teilnehmer und Referenten der 3. Winter School "Clinical Epidemiology"
Teilnehmer und Referenten der 3. Winter School "Clinical Epidemiology"

Einen intensiven Einblick in die Klinische Epidemiologie bot die dritte Winter School "Clinical Epidemiology" in Schloss Schwanberg. Gäste wie die Epidemiologen Hans-Werner Hense von der Universität Münster und Hanne Neuhauser vom Robert Koch Institut sowie André Scherag vom Center for Sepsis Control and Care Jena berichteten über aktuelle Forschungsergebnisse und leiteten praxisorientierte Seminare. In Gruppenarbeit konnten die Teilnehmer selbst ihre Kenntnisse in der Analyse von klinischen Daten vertiefen.

Die Winter School ist Teil des Ausbildungsprogramms "Klinische Forschung und Epidemiologie" für Medizinstudenten und junge Ärzte, das gemeinsam vom Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz, der Graduate School of Life Sciences und dem Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie organisiert wird. Weitere Informationen zu diesem Programm finden Sie hier.


 

01.12.2014

NEU AM DZHI: Prof. Dr. Laura Maria Schreiber

Prof. Dr. Laura Maria Schreiber
Prof. Dr. Laura Maria Schreiber

Am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz gibt es eine neue Professorin: Laura Maria Schreiber ist Expertin für die Bildgebung des Herzens mit Magnetresonanz-Tomographie. Die Physikerin strebt fächerübergreifende Kooperationen an.

Vor 119 Jahren, am 8. November 1895, entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen in Würzburg die später nach ihm benannten Strahlen. Bis heute gehört Würzburg auf dem Gebiet der medizinischen Bildgebung zu den besten Standorten in Deutschland.

Nun hat die Universität Würzburg eine weitere exzellente Bildgebungsexpertin gewonnen: Die Physikerin Laura Maria Schreiber hat am 1. November als Forschungsprofessorin den neu geschaffenen Lehrstuhl für zelluläre und molekulare Bildgebung am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) übernommen. Sie ist dort Sprecherin der Abteilung für kardiovaskuläre Bildgebung.

Mit MRT tief in den Menschen blicken
Als Physikstudentin interessierte sich Schreiber für ferne Sterne und Galaxien. Als Professorin ist sie davon fasziniert, mit Hilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) und anderen Bildgebungsmethoden tief in den Körper des Menschen blicken zu können.

„Es ist die Verbindung von vielen verschiedenen Methoden, die es uns erlauben, in den Menschen hineinzusehen und dabei Informationen über die Funktionsfähigkeit von Organen zu bekommen, ohne den Körper eröffnen zu müssen“, sagt Schreiber. „Man muss sich dabei auf vielen verschiedenen Gebieten gut auskennen und dabei ständig Grenzen und Hürden überwinden. Daneben verspüre ich eine Befriedigung, mit meiner Arbeit einen Beitrag zum Verständnis und zur Diagnostik von Krankheiten zu leisten, damit Patienten zukünftig noch besser behandelt werden können.“

Innovative Bildgebungsverfahren entwickelt
Bereits für ihre Promotion am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wählte Schreiber die Magnetresonanztomographie, ein Forschungsgebiet, das sich Anfang der 1990er-Jahre gerade erst entwickelte. Dabei arbeitete sie an einem Verfahren, das Tumore der weiblichen Brustdrüse besser sichtbar macht – quasi eine Art Mammographie ohne Röntgenstrahlen. Seitdem hat sie weitere innovative Bildgebungsverfahren entwickelt, mit denen sich zum Beispiel die Durchblutung von Organen messen oder die Sauerstoffkonzentration in Lungenbläschen bestimmen lassen.

„Aus Sicht einer MRT-Physikerin ist das Herz das Organ, das am schwierigsten darzustellen ist, weil es sich tief im Körperinneren befindet, von sehr unterschiedlichen Geweben umgeben ist und sich viel und stark bewegt“, sagt Schreiber. Aber: „Schwieriges ist immer besonders reizvoll und spannend!“

Seit 1997 forscht die Physikerin daher verstärkt auf dem Gebiet der kardialen Bildgebung. An der Universität Mainz entwickelte sie mit Kardiologen und Radiologen Verfahren, um die Durchblutung des Herzens genauer messen zu können. Andere Entwicklungen zielten darauf, die Bewegung des Herzens beim Atmen auszugleichen. Damit müssen Patienten bei den Aufnahmen nicht mehr den Atem anhalten, was gerade Schwerkranken nicht leicht fällt.

Herzforschung mit Ultrahochfeld-MRT
In Würzburg wird Schreiber in den kommenden Jahren weiter mit besonders schnellen und starken MRT-Geräten experimentieren. Mit der Fertigstellung des neuen Forschungsgebäudes für das DZHI werden dort ein sogenanntes Ultrahochfeld-MRT-Gerät für Untersuchungen am Menschen sowie weitere experimentelle Bildgebungsgeräte installiert.

„Mein Ziel wird es mittelfristig sein, mit diesen top-modernen Geräten Herzinsuffizienz zu erforschen und Diagnoseverfahren zur möglichst frühzeitigen Erkennung, zur Beurteilung des Schweregrades und auch des Behandlungserfolges zu entwickeln“, sagt Schreiber. „Dabei möchte ich die Ultrahochfeld-MRT so weiterentwickeln, dass wir die bestmöglichen Bilder aus dem Herzen bekommen.“

Fächerübergreifende Kooperationen als Ziel
Dabei setzt Schreiber auf die enge Zusammenarbeit mit den anderen Wissenschaftlern am DZHI und über die Fakultätsgrenzen hinaus: „In einer Arbeitsgruppe ‚Computational Cardiology‘ werden wir die meines Wissens weltweit einmalige Situation haben, dass Spezialisten aus Bildgebung, Kardiologie und Hochleistungsrechnen in einer Einrichtung zusammenarbeiten werden um zu verstehen, welche physiologischen Prozesse im Herzen vor sich gehen und wie diese bei Herzinsuffizienz gestört sind.“

Von dieser engen Zusammenarbeit der Experten verspricht sich die Professorin praxisnahe Erkenntnisse, die Patienten mit Herzinsuffizienz zu Gute kommen. Als Leiterin der Bildgebung will Schreiber zudem einen umfangreichen Service für Wissenschaftler des DZHI anbieten.

Würzburg setzt eine Tradition fort
Auch privat freut sich Schreiber über ihren Wechsel nach Würzburg: „Ich habe bisher immer in Städten gelebt, die mit einem Fluss in Verbindung gebracht werden – München, Heidelberg, Boston, Mainz. Würzburg setzt diese Tradition fort. Und Würzburg liegt wie meine frühere Wahlheimat Mainz in einem Weinanbaugebiet. Ich freue mich, nicht nur die Weine, sondern vor allem auch die Menschen und die Region kennenzulernen.“
Ein Besuch der Würzburger Röntgen-Gedächtnisstätte, also bei den Anfängen der medizinischen Bildgebungsforschung, steht bei Laura Maria Schreiber schon ganz oben auf dem Programm.


Kontakt
Prof. Dr. Laura Maria Schreiber

Links:

Zum Webauftritt der Forschungsprofessur Cellular and Molecular Imaging

Informationen zur Core Facility Imaging


 

11.11.2014

Aus dem Takt: Patientenseminar über Herzrhythmusstörungen

Impressionen vom Herzwochen-Seminar 2014 in Würzburg
Gut besucht: Herzwochen-Seminar 2014 in Würzburg
Prof. Ritter erklärt, wo Herzrhythmusstörungen im Herz entstehen.
Die Experten gingen auf alle Fragen der Besucher ein (mit Mikrofon: Prof. Meesmann).

Das Interesse war groß: Über 100 Besucher nahmen am Patientenseminar "Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen" am 8. November in der Würzburger Zahnklinik teil. Nach dem Motto "Sie fragen, Experten antworten" standen bei diesem Seminar die Fragen der Teilnehmer im Mittelpunkt. Moderator PD Dr. Ulrich Hofmann erreichten über 50 Fragezettel der Teilnehmer. Die Fragen leitete er zielgerichtet an die Experten auf dem Podium weiter.

Nach einleitenden Worten von Prof. Georg Ertl (Uniklinik) erklärten Prof. Oliver Ritter (Uniklinik) und Prof. Malte Meesmann (Juliusspital) sehr anschaulich mit Zeichnungen auf der Tafel, wie Herzryhthmusstörungen zustande kommen und wie sie therapiert werden können.

Wie Betroffene mit Ängsten umgehen oder sich Hilfe holen können, erläuterte der Psychologe Dr. Stefan Schulz (Uni Würzburg). Auf das Thema Schlaganfall ging der Neurologe Dr. Peter Kraft (Uniklinik) ein. Wann ein Chirurg ins Spiel kommt, erklärte Dr. Jörg Hoffmann (Uniklinik). Die vielen Fragen über den Alltag mit Herzrhythmusstörungen beantwortete der niedergelassene Kardiologe Dr. Hinrik Strömer.

Im Anschluss stellte sich die ICD-Selbsthilfegruppe Unterfranken vor. Patienten mit einem implantierbaren Defibrillator (ICD) und deren Angehörigen tauschen sich in den Gruppentreffen jeden 1. Mittwoch im Monat aus. Sie laden regelmäßig zu Vorträgen ein und unternehmen Ausflüge.

 

 

 

 


03.11.2014

Forschungsgebäude für das DZHI - Impressionen von der Baustelle

17.12.2013

08.01.2014

14.02.2014

14.02.2014

07.03.2014

07.04.2014

21.05.2014

21.05.2014

12.06.2014

12.06.2014

24.07.2014

24.07.2014

14.08.2014

10.09.2014

23.09.2014

03.11.2014

03.11.2014

13.01.2015

30.10.2014

Fortbildungsstätte für Zusatzqualifikation "Spezielle Rhythmologie"

Seit Ende August darf das Universitätsklinikum Würzburg Spezialisten für die Behandlung von Herzrhythmusstörungen nach Qualitätskriterien der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) ausbilden. Die DGK hat die Abteilung für "Elektrophysiologie" unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Ritter an der  Medizinischen  Klinik I als Fortbildungsstätte für die Zusatzqualifikation „Spezielle Rhythmologie“ anerkannt. Das Fortbildungsprogramm sorgt für eine strukturierte Weiterbildung der Kardiologen und damit auch für eine  optimale Versorgung von  Patienten mit Herzrhythmusstörungen.

In den letzten Jahren hat sich die Behandlung von Herzrhythmusstörungen enorm weiterentwickelt. Aktuell implantieren deutsche Kardiologen beispielsweise  mehr als 100.000 Herzschrittmacher und Defibrillatoren (ICD) pro Jahr und behandeln Rhythmusstörungen mit mehr als 40.000 Katheterablationen. Für diese speziellen Behandlungen benötigen die Fachärzte jedoch  umfangreiche Kenntnisse und Erfahrungen auf dem gesamten Gebiet der Diagnostik und Therapie der Herzrhythmusstörungen. Während der Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie können diese Spezialkenntnisse nicht in vollem Umfang vermittelt werden. Deshalb hat die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie im Jahr 2012 ein Curriculum entwickelt, das Kardiologen im Bereich "Spezielle Rhythmologie" sowie in den Gebieten "Invasive Elektrophysiologie" und "Aktive Herzrhythmusimplantate" schult. Dieses Curriculum kann nur von zertifizierten Zentren, wie jetzt an der Uniklinik Würzburg, angeboten werden.

Weitere Informationen zum Erwerb der Zusatzqualifikation "Spezielle Rhythmologie" erhalten Sie bei Prof. Dr. Oliver Ritter.

Sie möchten mehr über Herzrhythmusstörungen erfahren? Wir laden Sie herzlich ein zu einem
Patientenseminar „Herz aus dem Takt: Herzrhyhthmusstörungen“ am 8. November, 11 – 13 Uhr im Großen Hörsaal der Zahnklinik (Würzburg, Pleicherwall 2).
Weitere Informationen finden Sie im Veranstaltungskalender.


Impressionen vom Herzinsuffizienz-Pflegesymposium am 27.09.2014 am DZHI.
Impressionen vom Herzinsuffizienz-Pflegesymposium am 27.09.2014 am DZHI.

01.10.2014

Herzinsuffizienz-Pflegesymposium: Gemeinsam das Herz stärker machen

Ende September trafen sich Herzinsuffizienz-Schwestern und -Pfleger, Herzinsuffizienz-Pflegeexperten und andere Interessierte zu einem Symposium am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz. Neben Fachvorträgen stand der Austausch im Vordergrund: Pflegekräfte aus ganz Deutschland berichteten von ihren Projekten und ihren Erfahrungen bei der Betreuung von Patienten mit Herzschwäche. Von ihren Patienten werden sie meist hochgeschätzt. Sie können sich Zeit für Gespräche nehmen, schulen die Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung und sind Ansprechpartner bei Notfällen. Dabei stehen sie in engem Kontakt zu den Kliniken, Kardiologen und Hausärzten der Patienten. So versuchen sie, erneuten Krankenhauseinweisungen vorzubeugen und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern.
Von den Krankenkassen ist diese Art der Betreuung jedoch noch nicht allgemein anerkannt. Bisher werden die Herzinsuffizienz-Pflegekräfte nur im Rahmen von Studien oder speziellen Projekten eingesetzt oder von Vereinen, Krankenhäusern und Praxisnetzen gezahlt. In angloamerikanischen und skandinavischen Ländern sind speziell für dieses Krankheitsbild ausgebildete Pflegekräfte seit vielen Jahren fester Bestandteil der Pflege und Langzeitversorgung herzinsuffizienter Patienten.
In Deutschland bietet das Universitätsklinikum Würzburg in Kooperation mit der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC, Heart Failure Association) den Lehrgang "Weiterbildung zur Herzinsuffizienzschwester / zum Herzinsuffizienzpfleger" für Deutschland an. Bei der Deutschen Gesellschaft für Gesundheits- und Pflegewissenschaft ist eine Weiterbildung zum Pflegeexperten für Menschen mit Herzinsuffizienz möglich.

Mehr über den Lehrgang „Weiterbildung zur Herzinsuffizienzschwester/zum Herzinsuffizienzpfleger“ mit aktuellen Kursterminen.

Externer Link zur Bundesarbeitsgemeinschaft Pflegeexperten Herzinsuffizienz.

30.09.2014

Im Plan: DZHI-Forschungsgebäude nimmt Gestalt an

(v.r.) Peter Mack (Staatl. Bauamt) informiert Prof. Christoph Reiners (Ärztlicher Direktor, UKW), Prof. Georg Ertl (DZHI-Sprecher),  Prof. Matthias Frosch (Dekan der Med. Fakultät) und Dr. Mirko Kirschkowski (DZHI-Geschäftsführer) am Rande der Baustelle über den Baufortschritt.
(v.r.) Peter Mack (Staatl. Bauamt) informiert Prof. Christoph Reiners (Ärztlicher Direktor, UKW), Prof. Georg Ertl (DZHI-Sprecher), Prof. Matthias Frosch (Dekan der Med. Fakultät) und Dr. Mirko Kirschkowski (DZHI-Geschäftsführer) am Rande der Baustelle über den Baufortschritt.

Die Bauarbeiten für das neue Forschungsgebäude des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) auf dem Gelände der Uniklinik Würzburg am Schwarzenberg sind in vollem Gange. Wo vor kurzem noch eine 16 Meter tiefe Baugrube klaffte, schmiegen sich bereits die Untergeschosse an den Hang. In den nächsten Monaten geht es in die Höhe, um den siebengeschossigen Forschungsbau bis Ende 2016 fertigzustellen.

Seit dem Spatenstich im Januar gehen die Bauarbeiten für das neue Forschungsgebäude planmäßig voran. "Wir haben zwar einen extrem sportlichen Terminplan", sagt Peter Mack, Leiter des Fachbereichs Universitätsbau beim Staatlichen Bauamt Würzburg. "Momentan sind wir aber im Termin- und Kostenplan." Die beiden untersten Geschosse sind bereits fertiggestellt. Dort werden vor allem die Gebäudetechnik und große Geräte für die medizinische Bildgebung unterkommen. Unter anderem ein 7-Tesla- Magnetresonanztomograph, ein Gerät, das es in Deutschland bisher nur fünf Mal gibt.  "In diesem Gebäude werden uns die modernsten Geräte für Forschung und Behandlung zur Verfügung stehen", sagt Georg Ertl, Sprecher des DZHI.  "In den vergangenen Jahren haben wir große Fortschritte gerade auch in der Bildgebung gemacht. Das ist besonders für die Diagnose von Herzerkrankungen wichtig."

Mit dem Forschungsgebäude wird der interdisziplinäre Ansatz des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz bald räumlich sichtbar:
Über 200 Herzforscher unterschiedlichster Disziplinen werden in diesem Gebäude forschen und Patienten behandeln. Auch für die Patienten gibt es entscheidende Vorteile: Bisher muss ein Herzpatient unterschiedliche Stationen und Kliniken durchlaufen. In dem neuen Gebäude sitzen alle Fächer unter einem Dach. Das bedeutet kurze Wege für die Patienten.

Die Finanzierung des Gebäudes wird gemeinsam vom Bund, dem Freistaat Bayern und der Uniklinik Würzburg getragen. Das Richtfest wird voraussichtlich im Sommer 2015 stattfinden, die Inbetriebnahme und der Einzug sind für Ende 2016 geplant.

09.09.2014

Herzschwäche-Versorgungsprogramm stärkt Herz und Psyche

Foto (DZHI / R. Kochanowski): Per Telefon steht die Herzinsuffizienz-Schwester mit Patienten, Angehörigen und Ärzten in Kontakt.
Foto (DZHI / R. Kochanowski): Per Telefon steht die Herzinsuffizienz-Schwester mit Patienten, Angehörigen und Ärzten in Kontakt.

Ein Würzburger Versorgungsprogramm für Herzschwäche-Patienten setzt auf den persönlichen Kontakt – mit großem Erfolg. Besonders depressive Patienten profitieren, wie Ärzte des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI)  jetzt in einer klinischen Studie wissenschaftlich belegen konnten. Depressionen sind bei Herzschwäche-Patienten häufig, bleiben aber oft unerkannt und unbehandelt.

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30.07.2014

Herzliche Einladung zum Herzinsuffizienz-Pflegesymposium am 27. September

Herzinsuffizienz-Schwester am Telefon

Wir laden alle Herzinsuffizienz-Pflegekräfte und andere Interessierte zu einem Symposium am 27. September ein.
Referenten aus der Praxis präsentieren neue Ansätze für Therapie und Prävention der Herzinsuffizienz und stellen das Berufsbild der "Herzinsuffizienz-Schwester /-Pfleger" vor. Auch Themen wie Psychokardiologie und Palliativversorgung werden aufgegriffen.
Am Nachmittag steht der Diskurs zwischen den Teilnehmern im Vordergrund: Pflegekräfte aus ganz Deutschland werden von ihren Erfahrungen in der Versorgung von Herzinsuffizienz-Patienten berichten und sich mit den anderen Teilnehmern austauschen.

Das Programm und Infos zur Anmeldung finden Sie in unserem Veranstaltungskalnender.

Informationen über die Weiterbildung zur Herzinsuffizienzschwester /zum Herzinsuffizienzpfleger finden Sie im Bereich "Karriere".


17.07.2014

Titelthema "Herzschwäche" - Das DZHI in der Apotheken Umschau

aufgeschlagenes Buch

Die Apotheken Umschau berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (15. Juli) ausführlich über die Volkskrankheit Herzinsuffizienz. DZHI-Sprecher Prof. Georg Ertl und Prof. Stefan Störk (Wiss. Geschäftsführer) erklären die Tragweite der Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und Forschungsansätze, ein Patient des DZHI berichtet über sein Leben mit Herzschwäche.


03.07.2014

Aus der Vier-Seen-Stadt an die Universitätsstadt am Main: MRT-Spezialist Scott Reeder zu Gast am DZHI

Übergabe der Urkunde für die Wilhelm Conrad Röntgen Lecture: DZHI-Geschäftsführer Dr. Mirko Kirschkowski, Prof. Scott Reeder (mit Urkunde), Prof. Bley (Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie) und Prof. Störk (Wiss. Geschäftsführer DZHI)
Übergabe der Urkunde für die Wilhelm Conrad Röntgen Lecture: DZHI-Geschäftsführer Dr. Mirko Kirschkowski, Prof. Scott Reeder (mit Urkunde), Prof. Bley (Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie) und Prof. Störk (Wiss. Geschäftsführer DZHI)

Von der Gewebecharakterisierung bis zur Darstellung der Hämodynamik - was mit innovativen Methoden der Magnetresonanztomographie aktuell möglich ist, zeigte der Radiologieprofessor Scott Reeder bei der Röntgen Lecture zum Thema "Cardiac MRI" am 2. Juli. Bei seinem vierwöchigen Besuch steht für den Physiker und Mediziner aus der Vier-Seen-Stadt Madison (Wisconsin) der Austausch mit den Wissenschaftlern am Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz und am Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie der Uniklinik Würzburg im Mittelpunkt. Seine Spezialgebiete sind die Entwicklung von quantitativen MRT Biomarkern für kardiovaskuläre Erkrankungen, diffuse Lebererkrankungen und das metabolische Syndrom. Desweiteren beschäftigt sich Reeder mit der Entwicklung quantitativer Perfusionsbildgebung in Herz und Leber und der Hämodynamik der portalen Hypertension. Die Gastgeber bedankten sich bei Prof. Reeder mit einer Urkunde, die im Anschluss an die Röntgen Lecture übergeben wurde.

Die Bildgebung des Herzens ist ein wichtiger Forschungsschwerpunkt des DZHI. Bildgebungsexperten wie Radiologen, Physiker und Nuklearmediziner arbeiten in allen Forschungsprojekten eng mit Medizinern unterschiedlichster Fachgebiete und Biologen zusammen.

Zum Projektbereich Kardiale Bildgebung

 


01.07.2014

"Medizinforschung in Bayern": BR-alpha berichtet über das DZHI

Über die "Erben Röntgens" an der Universität und Uniklinik Würzburg berichtete die Juni-Ausgabe des Campus-Magazins von BR-alpha (jetzt: ARD-alpha). Als Beispiel ist ein Forschungsprojekt des DZHI zu sehen, in dem Ärzte und Wissenschaftler um den Kardiologen Prof. Wolfgang Bauer und den Physiker Prof. Peter Jakob eng an der Weiterentwicklung der kardialen Magnetresonanztomographie zusammenarbeiten. Auch das Studienzentrum des DZHI, an dem die STAAB Kohortenstudie stattfindet, ist im Film zu sehen:

 


01.07.2014

KNHI und DZHI auf dem 9. Würzburger Gesundheitstag

Der Stand des DZHI beim 9. Würzburger Gesundheitstag.
Der Stand des DZHI beim 9. Würzburger Gesundheitstag.

Gemeinsam mit dem Kompetenznetz Herzinsuffizienz (KNHI) informierte das DZHI am 28. Juni auf dem diesjährigen Würzburger Gesundheitstag über die Volkskrankheit Herzschwäche.

Viele Würzburger nutzten die Möglichkeit, sich am Informationsstand über Prävention, Frühererkennnung, Therapiemöglichkeiten und Leben mit Herzschwäche beraten zu lassen. Unter dem Motto “Stück für Stück zum starken Herzen” waren alle Besucher eingeladen, an der Erstellung eines großen Puzzles mitzuwirken und ein Puzzleteil frei zu gestalten. Zusammengesetzt ergeben die Puzzleteile ein überdimensionales Herz.


Prof. Peter Sleight erhält 1. Albert-von-Bezold-Urkunde des DZHI

Prof. Georg Ertl (links) und Dr. Mirko Kirschkowski (rechts) überreichen Prof. Peter Sleight die Albert-von-Bezold-Urkunde.
Prof. Georg Ertl (links) und Dr. Mirko Kirschkowski (rechts) überreichen Prof. Peter Sleight die Albert-von-Bezold-Urkunde.

Im Rahmen seiner Gastprofessur am DZHI erhielt Prof. Dr. Peter Sleight (Oxford) die erste Albert-von-Bezold-Urkunde des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz. DZHI-Sprecher Prof. Georg Ertl und DZHI-Geschäftsführer Dr. Mirko Kirschkowski überreichten die Auszeichnung am Donnerstag im Physiologischen Institut der Universität Würzburg. Zuvor hatte Sleight die Albert-von-Bezold-Lecture zum Thema "Baroreflex control / stimulation - New therapies for arterial hypertension" gehalten. 

Prof. Peter Sleight arbeitet und forscht seit 1964 als Kardiologe in Oxford. Bereits im Jahr 1979 hatte Sleight das Physiologische Institut der Universität Würzburg auf den Spuren Albert von Bezolds besucht. Im Mai und Juni war der renommierte Kardiologe drei Wochen zu Gast am DZHI, wo er in Vorlesungen, Lehrveranstaltungen und Gesprächen den Wissenschaftlern des DZHI wertvolle Anregungen für ihre Forschung mitgab.

Albert von Bezold war ein deutscher Physiologie, der Mitte des 19. Jahrhunderts unter anderem an der Universität Würzburg forschte. Nach ihm ist der Bezold-Jarisch-Reflex benannt.


06.06.2014

Bewegende Herzen: Ausstellungseröffnung im Würzburger Rathaus

Im Herzen der Ausstellung: Schwester Katharina Merz (Schulleitung St. Ursula Schule), Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Agnessa Mass, Hannah Keller (Schülerinnen Gymnasium Veitshöchheim), Prof. Dr. Stefan Störk und Dr. Mirko Kirschkowski (beide DZHI) (Foto: Niko Natschka)
Im Herzen der Ausstellung: Schwester Katharina Merz (Schulleitung St. Ursula Schule), Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake, Agnessa Mass, Hannah Keller (Schülerinnen Gymnasium Veitshöchheim), Prof. Dr. Stefan Störk und Dr. Mirko Kirschkowski (beide DZHI) (Foto: Niko Natschka)

Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake und Prof. Dr. Stefan Störk, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz, eröffneten am Donnerstag eine Ausstellung im Herzen Würzburgs mit ausgewählten Kunstwerken von Schülerinnen und Schüler aus dem Gestaltungswettbewerb "Fass dir ein Herz!". Die Veranstalter, das Kompetenznetz Herzinsuffizienz (KNHI) und das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Schule der Stadt Würzburg, laden die interessierte Öffentlichkeit zur Besichtigung der Schau herzlich ein. Die Ausstellung ist bis zum 24. Juni im Foyer des Rathauses zu sehen.


Von Februar bis April waren die Klassen 5 bis 9 (Sekundarstufe I) der weiterführenden Schulen in Würzburg und Umgebung eingeladen, künstlerisch darzustellen, in welchen Situationen sie sich ein Herz gefasst haben oder fassen möchten und welche Dinge ihnen besonders am Herzen liegen. 140 Schülerinnen und Schüler aus sieben Schulen machten sich ans Werk und erstellten in Einzel- oder Gruppenarbeit 90 Kunstwerke.

"Fass dir ein Herz- Sehr schnell ist´s gesagt, doch kostet`s auch viel Mut", lobte Bürgermeisterin Schäfer-Blake das große Engagement der Schülerinnen und Schüler, die sich auch im Alltag immer wieder neuen Prüfungen oder Herausforderungen stellen müssen.

Hintergrund des Gestaltungswettbewerbs ist das Anliegen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz, schon Kinder und Jugendliche über eine herzgesunde Lebensweise aufzuklären. "Mit dem Malwettbewerb möchten wir es Schülerinnen und Schülern ermöglichen, ihren persönlichen Erfahrungen, Einstellungen, Wünschen und Träumen rund um das Thema Herz künstlerischen Ausdruck zu verleihen. So soll der Wettbewerb Mut zu einer verantwortlichen Lebensgestaltung machen", erläuterte der Kardiologe Stefan Störk.

Rahmenöffnungszeiten der Stadt Würzburg

Mo.    08:30 - 13:00
Di.     08:30 - 12:00; 14:00 - 16:00
Mi.     08:30 - 13:00
Do.     08:30 - 12:00; 14:00 - 16:00
Fr.     08:30 - 12:00


12.05.2014

Europäischer Tag der Herzschwäche: Tag der offenen Tür des DZHI

Seminar mit dem R.A.-Schröder-Haus

Seminar mit dem R.A.-Schröder-Haus

Seminar mit dem R.A.-Schröder-Haus

ibdw-Stand

Herzsport

Was das Herz beschwert - Herz & Hirn

Mediterrane Küche

Mediterrane Küche

Sieht man mit dem Herzen gut? Kardiologie & Theologie

Gesundheitswandern

Sieht man mit dem Herzen gut? Kardiologie & Theologie

Prof. Ertl begrüßt die Besucher

Bürgermeisterin und Schirmherrin Marion Schäfer-Blake

PD Dr. Hofmann informiert über Herzschwäche

DZHI-Stand

Führung

Öffentliche Sprechstunde

Info- und Aktionsstände

Sport bei Herzkrankheiten

BDO-Regionalgruppe

ICD-Selbsthilfegruppe

Herz und Hirn

Gesunde Ernährung

Was tun im Notfall?

Malwettbewerb "Fass dir ein Herz"

Malwettbewerb "Fass dir ein Herz"

Malwettbewerb "Fass dir ein Herz"

Tipp: Klicken Sie auf die Fotos in der Foto-Galerie - dann können Sie sich die Fotos in einer größeren und vollständigen Darstellung ansehen.

06.05.2014

Europäischer Tag der Herzschwäche - Tag der offenen Tür am 10. Mai 2014

  • Impressionen vom Tag der offenen Tür 2013

Am Samstag, den 10. Mai, laden das "Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz" und das "Kompetenznetz Herzinsuffizienz" zu einem generationenübergreifenden Informationstag zum Thema "Aktiv gegen Herzschwäche" in das Zentrum für Innere Medizin an der Uniklinik Würzburg. Anlass ist der Europäische Tag der Herzschwäche, an dem in knapp 30 Ländern Europas vom 9. bis 11. Mai 2013 zahlreiche Aktionen geplant sind.


Am Tag der offenen Tür klärt das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz über die viel zu wenig bekannten Risikofaktoren der Volkskrankheit Herzschwäche auf und informiert über Möglichkeiten der Vorbeugung. Die Besucher erwartet ein informatives und abwechslungsreiches Programm, das gesunde und von Herzschwäche betroffene Menschen anspricht.

Mitmach-Angebote und Führungen
Der Tag der offenen Tür setzt auf Interaktivität: In einer öffentlichen Sprechstunde können die Besucher Herzschwäche-Experten auf dem Podium Fragen stellen, es gibt Workshops zum Thema Erste Hilfe und zahlreiche Infostände, die über Herzschwäche informieren. Wie man Herzschwäche vorbeugen kann, erfahren die Besucher bei Kochvorführungen auf der Terrasse des Zentrums für Innere Medizin und bei der begleitenden Ernährungsberatung oder bei einer Tour mit dem Gesundheitswanderführer Helmut Fischer. Einblicke in die Arbeit des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz vermitteln Führungen in Ambulanzen, Labore und Kliniken.

Unterstützung durch zahlreiche Partner
Eingebunden sind in den Tag der offenen Tür auch zahlreiche Partner: Vom 6. – 9. Mai finden Veranstaltungen im R.-A.-Schröder-Haus und in der Volkshochschule Würzburg statt. Im Rahmen des Tages der offenen Tür bietet die Katholische Akademie Domschule ein Podiumsgespräch zum Thema „Sieht man mit dem Herzen gut? Das Herz als Entscheidungszentrum“ mit einem Kardiologen und einem Moraltheologen an. Die ICD-Selbsthilfegruppe und die Regionalgruppe „Würzburg und Umland“ des Bundesverbands der Organtransplantierten informieren alle Interessierten an Infoständen über Ihre Aktivitäten. Auch die Deutsche Herzstiftung wird wieder mit einem Stand vertreten sein.

Ein besonderes Highlight am Tag der offenen Tür ist die Preisverleihung zum Gestaltungswettbewerb „Fass dir ein Herz“, an dem in diesem Jahr wieder über 120 Schülerinnen und Schüler aus Würzburg und Umgebung teilgenommen haben. Die Kunstwerke sind ab dem 10. Mai im Zentrum für Innere Medizin ausgestellt.

Europäischer Tag der Herzschwäche
Europaweit nehmen knapp 30 Länder den „Europäischen Tag der Herzschwäche“ (European Heart Failure Awareness Day) der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie zum Anlass, über das Krankheitsbild aufzuklären. Allein in Deutschland beteiligen sich etwa 20 Gesundheitseinrichtungen, darunter zahlreiche Universitätskliniken. Koordiniert werden die nationalen Aktionen vom „Kompetenznetz Herzinsuffizienz“, einer bundesweiten Forschungsallianz am Universitätsklinikum Würzburg. Begonnen haben die diesjährigen Aktivitäten mit der Fahrradtour „Tour mit Herz“ (www.knhi.de).

Programm:

Samstag, 10. Mai 2014, 10:00 – 16:00, ZIM
Europäischer Tag der Herzschwäche: Tag der offenen Tür
Ort: Uniklinik Würzburg, Zentrum für Innere Medizin
Uhrzeit: 10 bis 16 Uhr
Eintritt frei
Anmeldung (dzhi@ukw.de oder 0931 – 201 – 46464) nur  erforderlich für:
- Erste-Hilfe-Workshop „112 und dann? Praktische Übungen für den Notfall“ (11 und 13:30 Uhr, je 45 min)
- Gesundheitswandern (14 Uhr, ca. 2h)

Hörsaal I
10:00 Begrüßung: Prof. Dr. Georg Ertl
10:10 Grußwort: Bürgermeisterin
Marion Schäfer-Blake
10:15 Vortrag: Herzschwäche – Was Sie darüber wissen sollten
11:00 Öffentliche Sprechstunde: Besucher fragen - Ärzte antworten
13:00 Pause
14:00 Patienten-Informationsfilm „Das schwache Herz“
15:00 Preisverleihung zum Malwettbewerb „Fass Dir ein Herz!“

Infostände rund um das Thema Herz
(von 10:00 bis 16:00 Uhr vor dem Hörsaal ZIM)
•    Erkennen und Behandeln von Risikofaktoren
•    Prävention von Herzerkrankungen
•    Herzschrittmacher & Defibrillatoren
•    Begehbare Arterie
•    Glücksrad
•    Selbsthilfegruppen
•    Infostand der Deutschen Herzstiftung

Seminarraum 7
11:00 112 und dann? Praktische Übungen für den Notfall
13:30 112 und dann? Praktische Übungen für den Notfall
Jeweils mit Anmeldung unter 0931/201-46464 oder dzhi@ukw.de

Seminarraum 9
10:45 Herzgesund essen - Genießen erlaubt (bis 11:30)
13:00 Herzgesund essen - Genießen erlaubt (bis 13:45)
14:00 Podiumsgespräch: Sieht man mit dem Herzen gut? Das Herz als Entscheidungszentrum
15:00 Herzgesund essen - Genießen erlaubt (bis 15:45)

Treffpunkt DZHI-Stand: Führungen
11:00 Führung in die Radiologie: Blick in die Röhre – Wie funktioniert ein MRT?
11:00 Führung : Forschungslabore am DZHI: Herzmuskelzellen unter die Lupe genommen
11:00 Führung: Studienambulanz des DZHI
11:00 Führung in die Nuklearmedizin: Einblicke und Behandlungsmöglichkeiten
13:00 Führung: Studienambulanz des DZHI
14:00 Gesundheitswandern (mit Anmeldung unter 0931/201-46464 oder dzhi@ukw.de)
14.00 Führung in die Nuklearmedizin: Einblicke und Behandlungsmöglichkeiten
15:00 Führung: Studienambulanz des DZHI

Mediterrane Küche - Gesund und trotzdem lecker
Kochvorführung mit Küchenchef M. Geimann & Team
(11:00 - 16.00 Uhr: Terrasse neben der Cafeteria ZIM; 14:00 - 14:30 Uhr Ernährungsberatung)

Ausstellungen:
•    „Was bedeutet Ihnen Ihr Herz?“ mit 20 Stellungnahmen von Prominenten aus Politik, Sport und Kultur
•    Malwettbewerb der Schulen „Fass dir ein Herz!“
•    Wanderausstellung „Iss gut“


Preise für DZHI-Wissenschaftler bei den Jahrestagungen der Deutschen Gesellschaften für Kardiologie und Innere Medizin

Preisträger Dr. Dan Liu und Prof. Frank Weidemann
Dr. Dan Liu
Prof. Frank Weidemann

Bei der 80. Jahrestagung der DGK (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie) wurden Prof. Dr. Frank Weidemann und Frau Dr. Dan Liu mit dem "Julius Klob Publikationspreis 2014" für ihre Arbeit "Right Ventricular Function but not Systolic Pulmonary Artery Pressure Predicts Prognosis in Patients with Chronic Heart Failure and Severe Tricuspid Regurgitation" ausgezeichnet. Der Julius-Klob-Publikationspreis ist mit 1.000.- Euro sowie der Registrierungsgebühr zu einem Internationalen Kongress dotiert.

Assistenzarzt Bastian Kramer erzielte beim 120. DGIM-Kongress den 2. Platz des Young Investigator Award für seine Arbeit "Fundamental Differences in Disease Progression, Functional and Clinical Outcome in Patients with Low-Gradient and High-Gradient Aortic Valve Stenosis". Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert und beinhaltet ein Reisestipendium.


02.05.2014

Tour mit Herz in Würzburg - Aktiv für ein gesundes Herz

Foto: Prof. Georg Ertl (Sprecher KNHI/DZHI), Prof. Stefan Störk (Wissenschaftlicher Geschäftsführer KNHI/DZHI), Klaus Koch (Tourenleiter ADFC Würzburg), Dr. Mirko Kirschkowski (Kaufmännischer Geschäftsführer DZHI) und Heribert Düthmann (Baudirektor, Abteilungsleiter Stadtentwicklung der Stadt Würzburg) stimmen auf die Tour mit Herz am Samstag ein (Foto: DZHI).

Am Samstag, den 3. Mai 2014, startet von 10.00 bis ca. 12.00 Uhr die Radtour "Tour mit Herz" Uhr an den Mainwiesen unter der Brücke der Deutschen Einheit in Würzburg, zu der alle Radler herzlich eingeladen sind. Unter Leitung erfahrener ADFC-Radführer fahren wir den Main auf- und abwärts. Die Touren sind für Familien und ungeübte Radfahrer geeignet.


Foto: Prof. Georg Ertl (Sprecher KNHI/DZHI), Prof. Stefan Störk (Wissenschaftlicher Geschäftsführer KNHI/DZHI), Klaus Koch (Tourenleiter ADFC Würzburg), Dr. Mirko Kirschkowski (Kaufmännischer Geschäftsführer DZHI) und Heribert Düthmann (Baudirektor, Abteilungsleiter Stadtentwicklung der Stadt Würzburg) stimmen auf die Tour mit Herz am Samstag ein (Foto: DZHI).

28.04.2014

Start der "Tour mit Herz" in Mannheim - Auftakt für den Europäischen Tag der Herzschwäche

Prof. Georg Ertl (DZHI / KNHI), Prof. Martin Borggrefe (Uniklinik Mannheim) und der Mannheimer Stadtrat Dr. Jens Kirsch begrüßen die Radler
Prof. Georg Ertl (DZHI / KNHI), Prof. Martin Borggrefe (Uniklinik Mannheim) und der Mannheimer Stadtrat Dr. Jens Kirsch begrüßen die Radler
Start der "Tour mit Herz"
Start der "Tour mit Herz"

Mit rund 80 Teilnehmern ist die "Tour mit Herz" am Samstag beim Kardiologenkongress in Mannheim erfolgreich gestartet. In den nächsten zwei Wochen werden in 10 weiteren Städten in ganz Deutschland weitere Radtouren folgen.

Am Samstag, 3. Mai laden das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz, das Kompetenznetz Herzinsuffizienz und der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) alle Würzburg herzlich zum Mitradeln ein. Die Touren beginnen um 10 Uhr an den Mainwiesen unter der Brücke der Deutschen Einheit (Nähe Talavera-Parkplatz) und führen jeweils nach Karlstadt, Margetshöchheim und Sommerhausen. Geleitet werden die Touren von erfahrenen Tourenleitern des ADFC und sind für Ungeübte und Familien mit Kindern geeignet. 

Am Samstag, 10 Mai sind alle Interessierten herzlich zum Tag der offenen Tür des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz in die Uniklinik Würzburg (Zentrum Innere Medizin, ZIM) eingeladen.

Weitere Informationen zur Tour mit Herz und zum Tag der offenen Tür


11.04.2014

"Was bedeutet Ihnen Ihr Herz?" - Ausstellung zeigt Statements von Prominenten

Impressionen von der Vernissage
Olympiassiegern Dr. Sabine Bau mit DZHI-Sprecher Prof. Georg Ertl
Prof. Georg Ertl, Dr. Sabine Bau, DZHI-Geschäftsführer Dr. Mirko Kirschkowski, Wiss. Geschäftsführer Prof. Stefan Störk
Besucher vor dem Statement von Schauspielerin Michaela May
Plakat von Dr. Sabine Bau

"Über alles hat der Mensch Gewalt, nur nicht über sein Herz." Dieses Zitat von Friedrich Hebbel verdeutlicht, wie wichtig das Herz ist – sowohl in seiner biologischen Funktion als Motor des Körpers als auch im übertragenen Sinne." Mit diesen Worten beschreibt die ehemalige Leistungsportlerin und Ärztin Dr. Sabine Bau die Beziehung zu ihrem Herz.

Zusammen mit DZHI-Sprecher Prof. Georg Ertl eröffnete die frühere Olympiagewinnerin im Fechten am 10. April die Ausstellung "Was bedeutet Ihnen Ihr Herz?". Die Ausstellung zeigt 20 Statements von Politikern, Sportlern und einer Schauspielerin, die darüber Auskunft geben, welche Bedeutung das Herz in ihrem täglichen Handeln hat und wie sie ihr lebenswichtiges Organ durch eine gesunde Lebensweise schützen.

Zu Wort melden sich unter anderem Landtagspräsidentin Barbara Stamm oder die Landtagsabgeordneten Oliver Jörg und Georg Rosenthal, Sportler wie  Sabine Bau oder Schwimmweltmeister Thomas Lurz sowie die bayerische Schauspielerin Michaela May. Die Ausstellung ist bis Ende Mai täglich im Zentrum Innere Medizin der Uniklinik Würzburg zu sehen. 

Die Ausstellung bildet den Auftakt zum Europäischen Tag der Herzschwäche (European Heart Failure Awareness Day). Weitere Höhepunkte im Rahmen des HFA-Day sind in Würzburg die Radtour „Tour mit Herz“ am Samstag, 3. Mai 2014 um 10.00 Uhr (Mainwiesen) und der Tag der offenen Tür im Zentrum für Innere Medizin (ZIM) der Uniklinik am Samstag, 10. Mai 2014, von 10-16 Uhr.

 


 

31.01.2014

Was macht das Herz schwach? Würzburger Herzforscher untersuchen Würzburger Bürger

Das Team der STAAB Kohortenstudie im Würzburger Studienzentrum.
Das Team der STAAB Kohortenstudie im Würzburger Studienzentrum.

Viele Würzburger erhalten in den nächsten Monaten Post vom STAAB-Studienzentrum des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) Würzburg: Sie wurden zufällig ausgewählt für eine freiwillige Teilnahme an der STAAB Kohortenstudie. Erstmals untersuchen Wissenschaftler der Universität und der Uniklinik Würzburg in einer breit angelegten Studie, wie häufig Herzschwäche in der Würzburger Bevölkerung auftritt und welche Faktoren die Krankheit auslösen.

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Berichterstattung über die Studie (Links auf externe Websites):

BR Hörfunk, B5 aktuell, Gesundheitsmagazin, 16.02.2014

BR Fernsehen, Rundschau am 9. Februar 2014

BR Hörfunk, Bayern 1 (Mittags in Mainfranken) und Bayern 2 (regionalzeit) am 30.01.2014

Main-Post am 31. Januar 2014

 

Bitte beachten Sie: Eine Teilnahme an dieser Studie ist erst nach einer Einladung durch das Studienzentrum möglich.


20.01.2014

1. Spatenstich für das DZHI-Forschungsgebäude

Vertreter aus Politik und Wissenschaft bei einer Pressekonferenz anlässlich des 1. feierlichen Spatenstichs für das DZHI-Forschungsgebäude am 20.01.2014.

Mit dem feierlichen 1. Spatenstich haben heute die Bauarbeiten für ein neues Forschungsgebäude auf dem Gelände der Uniklinik Würzburg offiziell begonnen.  Vertreter von Politik und Wissenschaft betonten die große Bedeutung des Gebäudes für den Forschungsstandort Würzburg.  Ab Herbst 2016 sollen hier alle Einrichtungen der Universität und Universitätsklinik, die an der Erforschung der Herzinsuffizienz arbeiten, unter einem Dach zusammenziehen.

Auf der Baustelle geht es nach den ersten Spatenstichen in den nächsten Monaten richtig in die Tiefe: Eine 16 Meter tiefe Baugrube wird zwischen der Berufsfachschule für Krankenpflege und den Schwestern-Wohnheimen ausgehoben. Damit wird Platz geschaffen für das siebengeschossige Forschungsgebäude, in dem auf  etwa 5.200 Quadratmetern rund 230 Mitarbeiter an Herzinsuffizienz forschen und Patienten behandeln können.

Mit dem neuen Forschungsgebäude wird das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz und sein interdisziplinärer Ansatz künftig auch räumlich sichtbar:  Bisher sind in einem Interimsgebäude nur die Herzinsuffizienz-Ambulanz, die Klinischen Studieneinheiten und die Geschäftsstelle sowie einige Büros der Forschungsprofessoren untergebracht. Die übrigen Forschungsgruppen verteilen sich noch über die einzelnen Kliniken und Institute von Uniklinik und Universität. In dem neuen Forschungsgebäude können Labore  und Büros aller Arbeitsgruppen, die an der Erforschung der Herzinsuffizienz arbeiten, untergebracht werden.  

„Durch die kurzen Wege im Forschungsgebäude werden unsere Wissenschaftler noch intensiver zusammenarbeiten können. Diesen interdisziplinären Austausch bei der Erforschung der Herzschwäche zu fördern, ist ja ein Hauptziel und Alleinstellungsmerkmal unseres Zentrums“, erklärt Georg Ertl, Sprecher des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz.

Eine besondere Bedeutung kommt dem Funktionsbereich für Molekulare Bildgebung zu. In den Untergeschossen sind unter anderem Flächen für  hochleistungsfähige Magnetresonanztomographie  (7T-MRT) für die Forschung vorgesehen. Auch für die Herzinsuffizienz-Ambulanz  und das Studienzentrum sind großzügigere Räumlichkeiten als bisher eingeplant. Durch die Hanglage wird es sowohl einen ebenerdigen Zugang in die Räumlichkeiten der Ambulanz im Sockel als auch in das Luftgeschoss mit Seminarräumen und einem Hörsaal geben.

Der Entwurf für das Forschungsgebäude stammt  von dem Architekturbüro Nickl & Partner aus München. Die Architekten haben Ende 2012 mit ihrem Entwurf einen zweistufigen Wettbewerb mit insgesamt 42 Bewerbern gewonnen. Ihr Entwurf für ein mehrgeschossiges Punkthaus an der Hangkante zur Schwarzenbergtrasse nimmt mit seiner Erscheinung nicht nur Bezug auf das Klinikum, sondern fügt sich auch in die durch Punkthochhäuser gegliederte Wohnbebauung am Schwarzenberg ein. Das  Gebäude ruht auf einer Sockelplatte, die sich in den Hang hineinsenkt und völlig begrünt ist. Um dem Forschungsturm eine zusätzliche Leichtigkeit und Losgelöstheit zu verleihen, trennt ihn das offen gestaltete Erdgeschoss von seinem begrünten Sockel und lässt so ein Durchfließen der natürlichen Umgebung zu.     

Die Kosten für das DZHI-Forschungsgebäude betragen insgesamt 39,5 Millionen, dazu kommen 8,5 Millionen Euro für die Erschließung sowie die Kosten für baugebundene Großgeräte. Der Anteil der Bundesmittel beträgt 19,7 Millionen Euro, das Universitätsklinikum Würzburg beteiligt sich mit 4,55 Millionen Euro. Die Maßnahme wird als große Baumaßnahme des Freistaates Bayern durchgeführt. Bauherr ist das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst. Die flankierende Erschließungsmaßnahme wird durch den Freistaat Bayern getragen. Das Staatliche Bauamt Würzburg organisiert und betreut das Bauprojekt.

Das Richtfest wird voraussichtlich im Sommer 2015 stattfinden, die Inbetriebnahme und der Einzug sind für Ende 2016 geplant.


 



Poststationäre Versorgung bei Herzinsuffizienz- wie kann sich unser Gesundheitssystem helfen?

HeartNetCare-HF-Programm

In den Industrienationen wandeln sich Lebensstil und Demographie. Folge sind tief greifende Änderungen individueller Versorgungsbedürfnisse der immer älteren, oft multimorbiden Menschen. Zur Sicherung weiterhin angemessener Versorgung ist der Aufbau multidisziplinärer, interprofessioneller Betreuungsstrukturen nötig.

Kürzlich wurde das in Deutschland entwickelte Versorgungsprogramm HeartNetCare-HFTM, das für poststationäre Patienten konzipiert ist und ein Entlassmanagement beinhaltet, in einer großen randomisierten Studie evaluiert. Sterblichkeit, Leistungsfähigkeit, Lebensqualität, und hospitalisierte Tage wurden dadurch deutlich verbessert (Angermann CE et al. Circ Heart Fail. 2012; 5:25-35), längerfristig nahm auch die Rehospitalisierungsrate signifikant ab.

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Dokumente zur Eröffnung des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz